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- 450 Jahre Giordano Bruno -

Sabine Fröhlich

Giordano Bruno und die Inquisition




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Die Inquisition hat sich schon früh für Giordano Bruno interessiert. Durch seine Äußerungen über die katholische Kirche und seine eigene Weltanschauung war er der katholischen Kirche aufgefallen.
Ab dem Jahre 1592 zog ihn das heilige Amt erst in Venedig, dann in Rom für seine Äußerungen zur Verantwortung.

Die Anfänge der Inquisition

385 n. Chr. kam es zum ersten Inquisitionsprozeß durch die christliche Kirche. Ihren eigentlichen Anfang fand die Inquisition aber im frühen Mittelalter. Der Ketzererlaß des hohenstaufischen Kaiser Friedrich II. trieb die Entwicklung der Inquisition um ein weiteres voran.
  Zuerst lag die Bekämpfung der Ketzer in den Händen der Bischöfe. 1231 übertrug Papst Gregor IX. die Inqisition dem Dominikaner- und Franziskanerorden.
  Im 13. Jahrhundert wurde die Folter als Mittel der Inquisition eingeführt und ab dem Jahr 1231 forderten die päpstlichen Statuten eine allgemeine Einführung des Feuertodes.
  In Spanien förderte der Großinquisitor Tomas de Torquemada die Inquisition. Sie fand ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert und wurde um ca. 1540 von der römischen Inquisition übernommen.

Zwei bekannte Vorläufer des Giordano Bruno, die auch hingerichtet wurden, waren:

  1. Johannes Hus (1370 - 1415)
    Er war ein tschechischer Reformator, der die Verweltlichung der Kirche Bekämpfte. 1415 wurde er auf dem Konzil zu Konstanz verbrannt.
  2. Girolamo Savonarola (1452 - 1498)
    Er war Bußprediger in Florenz und wurde 1498 verbrannt.

Brunos Konflikt mit der Kirche

Schon während seiner Mönchzeit begann Giordano Bruno an der Trinität der Gottheit und der unbefleckten Empfängnis Marias zu zweifeln. Desweiteren äußerte er sich anerkennend zu einigen Ketzern und forderte seine Mitbrüder auf ein vernünftiges Buch zu lesen.
  Copernicus Entdeckung, daß die Erde sich um die Sonne drehe und nicht umgekehrt, zog Giordano Bruno in den Bann: "Copernicus verdanken wir unsere Befreiung von einigen falschen Vorurteilen. Ihm verdanken die Menschen, daß sich wieder erheben und aufrichten können."
  Diese Erkenntnis bezog Giordano Bruno auf sein Weltbild. Es gab in seinen Augen ein unendliches Weltall, mit unzähligen Welten, und diese Ansicht übertrug Bruno auch auf sein Gottesverständnis, für ihn war Gott auch unendlich.
Desweiteren glaubte er an die Lehre der Seelenwanderung, nichts war vergänglich und alles kehrte zurück.
  In seinem Buch "Die Austreibung der triumphierenden Bestie" (1584) kritisierte Giordano Bruno die Haltung der Kirche, unter anderem zog er den Heiligenkult ins Lächerliche. An seiner Weltanschauung und seiner Kritik nahm die katholische Kirche Anstoß und forderte ihn im Inquisitionsprozeß auf, seine Äußerungen zu widerrufen.

Giordano Bruno in den Fängen der Inquisition

  • 1592 Giordano Bruno reist nach Venedig, um dort dem Herrn Moncenigo in der Gedächtnis- und Erfindungskunst zu unterrichten.
    • 22.Mai Bruno wird von Moncenigo gefangengesetzt und bei der venezianischen Inquisition denunziert.
    • 25. Mai Beginn des Prozesses gegen Giordano Bruno.
    • 30.Juli Es findet das letzte Verhör statt. Giordano Bruno distanziert sich von seinen Schriften, um einer weiteren Strafe zu entgehen.
    • September Rom verlangt die Auslieferung Giordano Brunos.

  • 1593, 17.Januar Giordano Bruno wird durch den venezianischen Senat an den Kirchenstaat ausgeliefert.
    • 19.Februar Überführung Brunos nach Rom.
    • 27. Februar Giordano Bruno trifft in Rom ein.
    • Dezember Es kommt zum ersten Verhör Brunos durch den Großinquisitor San Severina, dem alle Kardinäle beiwohnen.

  • 1594 Giordano Bruno muß sich weiteren Verhören unterziehen.
    • 10. Dezember 1594 Giordano Bruno weist in einem Schreiben an die Inquisition all Anschuldigungen von sich.

  • 1595, 9.Februar Die Inquisition gibt den Befehl, alle erschienenen Werke Giordano Brunos einer Untersuchung zu unterziehen.
    • Dezember Giordano Bruno wird zu seinen Werken befragt.

  • 1597, 24.März Das heilige Amt legt Bruno eine Anklageschrift vor und fordert ihn auf, daß er seine Äußerungen über die unzähligen Welten widerrufe.

  • 1598 Die Prozedur des Verhörs wird mehrere Male ohne Erfolg wiederholt.

  • 1599, 14.Januar Die römische Inquisition legt Bruno acht ketzerische Behauptungen aus sein Feder vor, damit er diesem als ketzerisch abschwöre.
    • 18.Januar Giordano Bruno bekommt sechs Tage Bedenkzeit, um seine ketzerischen Äußerungen abzulegen.
    • 24.August Brunos Verteidigungsschrift wird von Kardinal Bellarmin abgelehnt.
    • 21.Oktober Bruno wird ein weiteres Mal verhört und erklärt, daß er nichts zu widerrufen habe.

  • 1600, 20.Januar Papst Klemens VIII. wird über die erfolglosen Bemühungen, Giordano Bruno zu Einsicht zu bringen, unterrichtet: "Der Befragte habe jedoch erklärt, er habe nie ketzerische Sätze aufgestellt, sondern seine Lehren seien von den Beamten des heiligen Amtes falsch aufgefaßt worden."
    • 8.Februar Giordano Bruno wird von der Inquisition verurteilt und der weltlichen Gewalt übergeben.

Der Campo Di Fiore in Rom (Für eine Großansicht des Bildes bitte draufklicken, zurück mit dem "Back-Button".)
Campo Di Fiore

17.Februar 1600

Giordano Bruno wird auf dem Campo die Fiori auf dem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Er bleibt sich und seinem Weltbild bis in den Tod treu, und als man ihm das heilige Kreuz zur Reue vorhält, wendet Bruno seinen Kopf verabscheut zur Seite.

Zwei Tage später erscheint ein Bericht in der römischen Zeitung "Avisi di Roma":
"Sonnabend, 19.2.1600. - Der abscheuliche Dominikanerbruder von Nola, über den wir schon früher berichtet haben, wurde am Donnerstag Morgen auf dem Campo die Fiori bei lebendigen Leibe verbrannt. Er war ein ungemein halsstarriger Ketzer, der aus seiner eigenen Eingebung verschiedene Dogmen gegen unseren Glauben fabrizierte, besonders aber gegen die heilige Jungfrau und andere Heilige.
  Der Elende war so hartnäckig, daß er gewillt war zu sterben. Er sagte sogar daß er gerne und als Märtyrer sterben werde und daß seine Seele in den Flammen zum Paradiese aufsteigen werde. Jetzt wird er wohl wissen, ob er die Wahrheit gesagt hat."

"Mit größerer Furcht verkündet ihr vielleicht das Urteil, als ich es entgegennehme." (Giordano Bruno)

Autorin: Sabine Fröhlich

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Last updated: 28.April 1998