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Aus der Zeit,
bevor Bremen
eine Stadt wurde

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Sechzehntes Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung.

Auch zu Beginn des 16. Jh. war in Norddeutschland der Einfluß des Königs/Kaisers gering. Die einzelnen Fürsten bemühten sich ständig, ihre Machtbereiche zu erweitern, denn nur größere politische Einheiten konnten die veränderten Bedingungen der teuren technischen Kriegsführung mit Kanonen und viele tausend Mann starken Söldnerheeren verkraften. Die Ritter wurden überflüssig. Bauernrepubliken als auch Städte gerieten gegenüber der nackten Gewalt ins Hintertreffen.

Der Stadt Bremen mit ihrer Abhängigkeit vom Strom konnte es nicht gleichgültig sein, wer die Weserufer beherrschte. Sie fühlte sich jedoch zu schwach, um eine größere machtpolitische Rolle im Wesergebiet zu spielen. So verlegte sie sich zur Wahrung ihrer existentiellen Interessen auf Diplomatie. Gesandte wurden überall hingeschickt, damit auch kleinste Differenzen mit norddeutschen Mächten aus dem Weg geschafft würden. Während der Bauernerhebung im Stadland und in Butjadingen fungierte die Stadt 1502 als Vermittler. Trotz ihrer Zurückhaltung mußte sie zur Deckung laufender militärischer Kosten Kredite von Ratsherren, auswärtigen Klöstern und dem Erzstift aufnehmen. Die Beiträge zu kriegerischen Koalitionsunternehmen bestanden aus Schiffen und kleineren Truppenkontingenten aus Bürgern, Söldnern und auch aus Ratsherren unter Führung von adligen Rittern aus dem Erzstift. Obwohl außerhalb der Mauern keine Wehrpflicht bestand, zogen die vom Rat rekrutierten Bürger wohl nicht immer ganz freiwillig in den Krieg.

Es konnte nicht verhindert werden, daß das Grafenhaus Oldenburg seinen Einfluß im Unterweserbereich wieder verstärkte. 1511 mußte Landwürden auf dem rechten Weserufer wieder an Oldenburg zurückgegeben werden, das ca. hundert Jahre zuvor,1408, als Pfand für Lösegeld nach der Gefangennahme des damaligen Grafen Christian an Bremen gefallen war. Nachdem 1514 der letzte Widerstand der Butjadinger Bauern gebrochen war, erhielt Johann V. von Oldenburg das Stadland zugesprochen, zwischen 1517 und 1523 brachte er auch noch Butjadingen an sich. Diese Konstellation sollte der Stadt Bremen in den nächsten Jahrhunderten noch zu schaffen machen.

Als ein Koalitionsheer unter Beteiligung des Erzbischofs, der ein Anrecht auf dieses Gebiet angemeldet hatte, 1517 gegen die Wurster Bauern losschlug und sie am Wremer Tief besiegte, galt die Sympathie Bremens den Wurstern, jedoch aus politischem Kalkül heraus unterstützte es den Erzbischof. Endlich unterwarfen sich die Bauern aber dem Herzog von Sachsen-Lauenburg, und der Erzbischof mußte die neue Rechtslage anerkennen sowie seinen Anspruch zurücknehmen.

Die Oberhoheit des Erzbischofs als Stadtherr von Bremen bestand nur noch formal. Sein Einfluß auf das Geschehen in der Stadt war sehr gering. Das Erzstift hatte sich zu einer politischen Macht in sich verwandelt. Dennoch besaß Bremen keinen reichsständischen Status, sondern blieb landständisch an das Erzstift gebunden. Erzbischof Christoph war indessen ein ehrgeiziger Mann, der bei seiner Einführung am 10. Dezember 1511 dem Rat die Privilegien der Stadt zwar offiziell bestätigte, jedoch stets bestrebt war, seine Rechte wieder zu stärken. Verhandelt wurde mit ihm über Zölle, über Neuenkirchen, über Bederkesa oder den Pflugschatz im Erzstift. Immer bestand die Möglichkeit ernsthafter Auseinandersetzungen.

Die absolute Autorität in Bremen besaßen die auf Lebenszeit gewählten und sich selbst ergänzenden Mitglieder der Wittheit und des amtierenden Rates. Sie verwalteten die Sachgebiete Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Verteidigung, Zunftkontrolle, Außenpolitik etc. Sie stammten aus begüterten, stark miteinander versippten Kaufmannsfamilien, waren Grundeigentümer oder Rentner. Nach 1 500 stieg die Zahl der akademisch gebildeten Mitglieder, auch ließ sich der Rat von da ab von rechtsgelehrten Syndici und Sekretären unterstützen. Die Anpassung der Verfassungsstatuten erfolgte jetzt durch Verträge zwischen Rat und Gemeinde und durch Veröffentlichung "Kundiger Rullen", in die 1513 letzte Eintragungen vorgenommen, aber jährlich am Sonntag Lätare vom Rathaus aus verlesen wurden. Die Gemeinde setzte sich aus den vier Stadtvierteln (Kirchspielen) zusammen. Dort wurden Beratungsorgane gewählt, in denen die Elterleute der Kaufmannsgilde und die Zunftmeister eine maßgebliche Rolle spielten.

Die Ahndung von Rechtsverstößen vollzog sich in für heutige Denkweise grausamer Form.
Auf Zusammenrottung gegen den Rat bestand z. B. die Todesstrafe, meistens durch Köpfen oder Hängen. Die Fälschung von Münzen und Urkunden wurde mit Siedung bei lebendigem Leibe in einem Kupferkessel bestraft. Auf Zauberei stand der Scheiterhaufen, Kirchendiebe wurden gerädert. Daneben gab es Strafen durch Verstümmeln, Brandmarken mit dem Bremer Schlüssel, Zwicken mit glühenden Zangen, lebendig Begraben, Konfiszierung des Eigentums sowie Ausweisung aus der Stadt, oftmals mit der gesamten Familie. Natürlich gab es auch Geldstrafen für geringere Vergehen wie Schießen mit Feuerrohren, Verunreinigung der Straßen, Hilferufen ohne Grund, Einschlagen von Fenstern und Türen, Prügelei oder Hurerei. Religionsangelegenheiten, zu denen auch Ehesachverhalte gehörten, wurden vom Kirchengericht unter Leitung des Propstes in den Kirchen Unser Lieben Frauen, St. Ansgarii und St. Martini verhandelt.

Eine weitere Personenstandsgruppe in der Stadt waren die Geistlichen. Sie lebten überwiegend in der alten Dom-Immunität und verwalteten während der Abwesenheit des Erzbischofs die Angelegenheiten des Doms, des Erzstiftes und der Wilhadikirche. Die meistens begüterten Domherren entstammten der Oberschicht aus Bürgerfamilien oder dem Adel und hielten sich entsprechende Dienerschaft. Sie bildeten untereinander eine eigene Hierarchie. Neben den Vikaren und Altaristen, die im Dom die Messen lasen, wirkten solche Personen mit Dienerschaft und Priestern auch in den Stiften St. Ansgarii und St. Stephani sowie in diversen Pfarrkirchen und Kapellen. Daneben versahen Priester, Deutschordensritter und die Mönche der drei Bremer Kloster die Seelsorge in Gasthäusern und Spitälern. 1506 kam es im St.-Jürgen-Gasthaus wegen der Seelsorge zwischen den Kaplänen von St. Ansgarii und den Dominikanermönchen zu einem heftigen Streit.

Neue Kriegstechniken bedingten auch veränderte Befestigungsanlagen. Der Wassergraben vor der Stadtmauer mit ihren zweiundzwanzig Türmen und sechs Toren wurde vertieft und verbreitert. Runde Erdbastionen und Zwingertürme wurden gebaut. Zwischen 1512 und 1514 entstand der Ostertorzwinger unter der Leitung des Baumeisters Jacob Bockes von Vollenhof. Zirka 20 Jahre später je einer beim Stephanitor (Im Volksmund der Bräutigam) und zwischen der Kleinen und Großen Weser (Im Volksmund die Braut). Entschieden wurden solche kostenintensiven Investitionen durch die Wittheit, der Rat stellte aus seinen Reihen zwei Mauerherren zur Aufsicht. Einwohner der Stadt und Lohnarbeiter leisteten die auszuführenden Arbeiten im Rahmen des Bürgerwerks.

Ausschließlich Personen im Besitz des Bürgerrechts durften in der Stadt Grundeigentum erlangen, sich kaufmännisch betätigen oder einer Zunft angehören. Zunftvereinigungen mußten vom Rat anerkannt und bestätigt werden. Bis 1433 soll es vierzehn anerkannte Zünfte gegeben haben, später kamen noch einige dazu. Nicht alle Berufsgruppen waren organisiert, aber es gab auch solche, die nicht offiziell anerkannt waren, wie z. B. die der Schiffer oder Spielleute. Die kaufmännischen Kramer und Gewandschneider gehörten nicht zur Kaufmannsgilde, sondern bildeten ein eigenes zunftähnliches Amt. Einige Gewandschneider und Zunftmeister konnten solch große Gewinne erzielen, daß ihr Reichtum sie in den Stand der Ratsfähigkeit versetzte. Aber nicht zu allen Zeiten stand der Rat den Zünften offen.

Die Einwohnerschaft ergänzte sich durch Zuzug aus den Landgebieten. Leibeigene, die sich über ein Jahr und einen Tag ohne Rechtsverstoß in den Mauern aufgehalten hatten, erhielten ihre Freiheit und konnten sich das Bürgerrecht gegen eine bestimmte Summe erkaufen. Zusätzlich mußte ein Bürge gestellt sowie dem Rat Gehorsam geschworen werden. Bei kaufmännischer oder zunftmäßig handwerklicher Tätigkeit fielen weitere Kosten an. Frauen, die mehr als drei Jahre in einem Bürgerhaus gedient hatten, konnten das Bürgerrecht kostenlos erhalten. Nicht nur aus Armut, sondern weil sie die damit verbundenen Bürgerpflichten nicht auf sich nehmen wollten, werden viele Bewohner der Stadt keine Bürger geworden sein.

Auf bremischem Gebiet vor den Toren war die Rechtsstellung unterschiedlich. Leibeigenschaft bestand nicht mehr. Neben freien Bauern ließen Grundherren ihren Besitz durch sogenannte Meier bewirtschaften, oder es existierten vereinzelt Lehnshöfe. Die Grundherren konnten sowohl Stadtbürger wie auch kirchliche Organisationen sein. Als "Pfahlbürger" siedelten vor dem Oster-, Herden- und Doventor Personengruppen, bestehend aus Kohlhökern, Handwerkern, Fuhrleuten, Fischern und Tagelöhnern ohne Bürgerrecht, die in das Wirtschaftsleben der Stadt fest einbezogen waren.

Mit den Schwankungen des Wirtschaftslebens wird es wenigstens zeitweise große Armut gegeben haben, wo mancher verhungerte oder erfror. Aus Quellen wissen wir von zahlreichen karitativen Einrichtungen wie das Heiliggeist-Hospital des Deutschordens, das St.-Jürgen-Hospital für Invaliden, das St.-Gertruden-Hospital für Fremde und Pilger, das Ilsabeen-Gasthaus für Arme und Kranke oder das St.-Remberti-Hospital vor dem Bischofstor für Aussätzige. Auch die Mönche des St.-Johannis-Klosters leisteten karitative Hilfe. In sogenannten "Gottesbuden" fanden Bedürftige freie Unterkunft. Die öffentliche Hygiene blieb unzulänglich. Abwässer wurden auf die Straße geführt, wo sie versickerten und ins Grundwasser gerieten oder durch Rinnen in die Balge und Weser gelangten. Eingesammelten Unrat verfrachtete man entweder ins Umland oder schüttete ihn in die Flüsse. Die verseuchten Brunnen förderten manche Epidemie.
So erfahren wir für 1521 von einer Pest, die täglich bis zu siebzig Tote forderte. Ab 1511 ist ein Amtsarzt nachgewiesen, ansonsten leisteten die Barbiere die Arbeit von Chirurgen.

Das kulturelle Leben in Bremen im späten Mittelalter zeigt kaum Höhepunkte. Über das Schulwesen ist kaum etwas bekannt. Die Dominikaner im Katharinenkloster unterhielten eine theologische Fakultät mit Vorlesungen und Disputationen. Große theologische Werke wurden indessen nicht hervorgebracht. Allein die Malerei, das Goldschmiedehandwerk und die Glockengießerei brachten einige bedeutende Werke hervor. Die meisten Häuser bestanden aus Fachwerk, die Oberschicht bewohnte allerdings Steinhäuser aus Backstein mit prächtigen Giebeln mit Glasfenstern. Die Innenausstattung bestand aus geschnitzten Truhen, Gerätschaften aus Bronze und Zinn, Kissen und Schmuck aus Gold und Silber. Höhepunkte waren familiäre und öffentliche Feste sowie Staatsbesuche.

Wann erstes reformatorisches Gedankengut nach Bremen kam, ist kaum nachvollziehbar. Sicher ist, daß es bereits seit langem Unzufriedenheit über das Einsammeln von Ablaßgeldern für anstehende Türkenkriege gab, die nie stattfanden. Die Spender fühlten sich betrogen, weil in diesen Umbruchzeiten durchaus ein tiefes Bedürfnis für Religion und Ablaß bestand.

In dieses Spannungsverhältnis fiel 1517 die Reformationsbestrebung des Augustinermönches Martin Luther. Nachdem dessen Freund und Mitstreiter Heinrich van Zütphen am 9. November 1522 auf einer Durchreise erstmals mit großem Erfolg in einer Kapelle der St.-Ansgarii-Kirche gepredigt hatte und nicht nur unter der breiten Bevölkerung, sondern auch bei Angehörigen des Rates offene Ohren gefunden hatte, protestierte die Geistlichkeit, gegen die er gewettert hatte, beim Erzbischof in Verden, der unter Mithilfe seiner Verwandten aus Braunschweig sowie des dänischen Königs dem Rat der Stadt darauf mit Krieg drohte. Der Rat nahm die Sache ernst und verstärkte die Verteidigungsbastionen. Aus Furcht, in kriegerische Verwicklungen einbezogen zu werden, verließen die Mönche das östlich vor den Stadtmauern gelegene Paulskloster und zogen in das Wilhadi-Schlafhaus beim Dom ein. Das leere Klostergebäude soll danach von einfachen Männern, aber ganz sicherlich mit Wissen und Billigung des Rates, auf eigene Faust einfach abgebrochen worden sein. Gegen den massiven Widerstand der Dominikaner- und der Franziskanermönche verlangte man jetzt vom zuständigen Dompropst, er möge reformatorische Prediger zulassen, was dieser unter Berufung auf den Erzbischof ablehnte. Zögernd begann man dann ab 1524 doch neue Prediger in den Kirchspielen anzustellen. Zunächst den früheren Augustinermönch Jacob Probst aus Ypern an der Liebfrauenkirche. Dann folgte Johann Timann aus Amsterdam an St. Martini. Daneben predigten auch die alten katholischen Priester in den Kirchen. Als sich dann die Dominikanermönche im Katharinenkloster zu renitent gebärdeten und Tätlichkeiten seitens der Bürger drohten, wurden vier von ihnen aus der Stadt gewiesen.

Der Erzbischof war in dieser Zeit wieder kriegführend im Lande Wursten beschäftigt, das er seiner Herrschaft unbedingt anzugliedern gedachte und das sich ihm endlich auch unterwerfen mußte. Aber der neue Besitz blieb unruhig, so daß er zu geschwächt blieb, um eine Einigung mit dem Rat in Bremen in seinem Sinne durchzusetzen. Bis 1526 hatte sich die Reformation in der Stadtgemeinde soweit durchgesetzt, daß keine katholischen Messen mehr gelesen wurden. Van Zütphen blieb in den nächsten Jahren in Bremen bis zu seinem gewaltsamen Tode in Dithmarschen.
Nachdem die letzten Schlachten in Wursten geschlagen waren, erschienen Ende 1525 zwei- bis dreitausend Landsknechte an der Grenze bei Lesum. Es erwies sich als unmöglich, sie vom Eindringen ins Blockland abzuhalten. Nach langen Verhandlungen mit dem Rat in Gröpelingen sowie Ausstattung mit Lebensmitteln zogen sie im Januar 1526 über die Weser in die Herrschaft Diepholz. Kurze Zeit später kamen sie zurück und drangen von Wartum her ins Vieland ein, wo sie fünf Wochen lang blieben. Der Rat war ihnen gegenüber ziemlich machtlos. In einer offenen Feldschlacht waren diese Horden nicht zu besiegen. Auch der Straßenraub blieb in dieser Zeit eine Plage.

1528 wurden die beiden Klöster St. Katharinen und St. Johannis geschlossen. Die Mönche konnten ihre Zellen als Wohnungen behalten. In den folgenden Jahren wurden die Friedhöfe der Klöster mit Häusern überbaut. Die Wilhadikirche benutzte man als Arsenal für Verteidigungsgeräte. Als im Dom weiter katholische Messen gelesen wurden, verbot der Rat allen Bremer Bürgern den Zutritt zu diesen Veranstaltungen. In den Räumen des Katharinenklosters entstand unter dem Rektor Johann Oldenburg mit vier weiteren Lehrern eine Schule, die u. a. Griechisch, Latein und Hebräisch lehrte.

In den Jahren von 1530 bis 1532 kam es zu revolutionären Unruhen der städtischen Unterschichten, die sich an der Nutzung der Bürgerweide entzündeten, wohl aber stark von den Ideen der Reformation mit der Gleichberechtigung aller Menschen beeinflußt wurden. Zunächst entlud sich die Wut der Massen gegen den Komtur des Deutschritterordens, der samt seinen Knechten ermordet wurde. Mit der Drohung weiterer Gewalttaten wurde der Rat gezwungen, ein gewähltes Gremium von 104 Männern an der Regierung der Stadt zu beteiligen. Das Domkapitel wurde zur Flucht nach Verden veranlaßt, im Dom durfte nur noch evangelisch gepredigt werden. Als dann einige Ratsherren nach Bederkesa auswichen, zeigte sich bald die Unfähigkeit der politikunerfahrenen Radikalen. Der Schwung der Massen erlahmte, und endlich mußte sich ein verbliebenes Häuflein Revolutionäre den Bedingungen des zurückgekehrten Rates unterwerfen. Am 2. Dezember 1532 wurde der Sprecher der 104, Johann Dove, trotz Amnestie unter fadenscheinigen Gründen verurteilt und hingerichtet. Der Rat hatte die Zügel wieder fest in der Hand.

Am 30. März 1533 zog das Domkapitel wieder in Bremen ein, aber erst im September 1534 kam es mit dem Erzbischof zu einem Kompromiß über die zahlreichen Probleme zwischen der Stadt und dem Erzstift. Die Kirchen der Stadt erhielten eine feste Ordnung, der die Lehren Luthers zugrunde lagen. Zudem unterstanden ihnen das Armen- und das Gemeindeschulwesen, ausgenommen die Lateinschule im Katharinenkloster, die unter der Aufsicht des Rates stand.

Der Ausbau der Verteidigungsanlagen wurden vorangetrieben, die Stadt hielt eine größere Anzahl von Landsknechten in ihren Diensten.

Unter der Herrschaft der revolutionären Kräfte hatten die Elterleute der Kaufmannsgilde ihren Einfluß eingebüßt. Jetzt erlangten sie ihr Ansehen zurück und untermauerten dies 1537 mit dem Neubau eines repräsentativen Gebäudes. Der Schütting von 1425 wurde abgerissen und von dem Baumeister Johann den Buschener durch einen neuen ersetzt, von dem der Westgiebel noch erhalten ist.


Bild: Schütting

Außenpolitische Schwierigkeiten massierten sich mit dem friesischen Häuptling Junker Balthasar von Esens, der ähnlich dem früheren Gerd von Oldenburg ein unberechenbarer Machtmensch war. Geschickt aber selbstüberschätzend nutzte er die Zwistigkeiten der norddeutschen Mächte untereinander und die mit Kaiser Karl V. zu seinen Gunsten. 1536 begann er wieder bremische Handelsschiffe zu berauben und begründete dies mit ungerechter Behandlung seiner Untertanen durch Bremen. Einer gerichtlichen Klärung verweigerte er sich. Daraus entwickelte sich ein gegenseitiger Kaperkrieg. Im August 1539 erbeuteten die Bremer zwei Schiffe Balthasars mit fünfundachtzig Mann Besatzung, die zunächst als Kriegsgefangene betrachtet und nach Bremen gebracht wurden. Dort ließ man einen französischen Steuermann, einen Mauren und zwei Danziger Schiffer frei. Die anderen wurden nach längerem diplomatischen Geplänkel doch als Seeräuber eingestuft, weil der inzwischen mit der kaiserlichen Acht belegte Balthasar keine staatlichen Legitimationen für Kaperei mehr ausgeben durfte, und am 2. und 3. Oktober 1539 hingerichtet. Die meisten ihrer Köpfe blieben bis 1547 am Galgen in Walle ausgestellt. Aus Rache ließ Balthasar drei gefangene Bremer töten, setzte seine Räubereien fort und zog Landsknechte aus den Niederlanden zu seinem Schutz heran. Auch Bremen warb Söldner an und fiel mit Hilfe der Wurster und Marias von Jever in die Herrschaft Balthasars ein. Unter Führung des Landsknechtführers Kord Penning wurde Jever am 8. Oktober 1540 in Brand geschossen. Junker Balthasar starb am 18. Oktober an einer Krankheit. Seine angeblich erbeutete Rüstung zierte lange das Innere des Schüttings und befindet sich heute im Focke-Museum.

Am 20. Mai 1538 fiel Graf Christoph von Oldenburg mit seinen Verbündeten Herzog Wilhelm von Braunschweig sowie Graf Otto von Tecklenburg mit einem Heer von 12 000 Mann in die zum Bistum Münster gehörende Herrschaft Delmenhorst ein und verwüstete das Land. Der bis Juli 1538 dauernde Krieg führte bis vor die Tore Bremens ins Stedinger Land, so daß die Verteidigungsanstrengungen intensiviert wurden. Niemand wußte, ob die grausame Soldateska nicht außer Kontrolle geraten könnte. Am Ende verblieb Delmenhorst bei Münster, der Oldenburger Graf Anton kein Freund Bremens, hatten eine schwere Niederlage errungen.

Bereits 1536 war der Bruder des Bremer Erzbischofs, Heinrich d. Jg. von Braunschweig, von Kaiser Karl V. zum "Konservator, Exekutor und Schirmherr" der Stifte Bremen und Verden ernannt worden, mit der Aufgabe, den alten katholischen Glauben zu erhalten. Die Stadt Bremen als Landstand des Erzstiftes war eingeschlossen. Die Stände im Erzstift wollten sich Braunschweig aber nicht unterwerfen, und der Rat betrieb Gegendiplomatie bei Kursachsen, Hessen und im Herzogtum Lüneburg. Als sich im April 1539 9000 Landsknechte vor den Toren sammelten, vermutete der Rat, daß Heinrich dahinterstecke. Entdeckt wurde ein Komplott, mit dem sich einige Söldner in die Steffensstadt einschleichen, Feuer legen und die Tore von innen zu öffnen gedachten. Als Gegenmaßnahmen getroffen wurden, zog ein Teil der Soldaten ins Herzogtum Lüneburg ab. Jetzt sammelte Heinrich tatsächlich eine Truppe von ca. 11 000 Mann zum Angriff auf Bremen, doch da drohte der Schmalkaldische Bund einzugreifen. Die schlecht besoldeten Landsknechte wurden dem Heinrich abgeworben und für den Bund und für die Stadt Bremen eingesetzt. Als dann auf Reichsebene zwischen dem evangelischen und dem katholischen Bund ein Abkommen getroffen wurde, konnten die Söldner entlassen werden.

Am 15. März 1541 reisten Bürgermeister Diedrich Vasmer und Ratsherr Johann Havemann zu Kaiser Karl V. auf den Reichstag zu Regensburg, wo es ihnen gegen den Widerstand des Erzbischofs Christoph gelang, weitere Privilegien für die Stadt zu erringen. Darunter waren die Lehnshoheit über das Harlinger Land und diverse Stapelrechte. Jedoch auch der Erzbischof erreichte 1544 eine kaiserliche Erklärung, die alle seine Rechte bestätigte.

Inzwischen trieben die Spannungen zwischen dem evangelischen und katholischen Bund einem Höhepunkt zu. Als der Krieg 1546 ausbrach, bemühten sich der Kaiser und seine Schwester, die Regentin der Niederlande, um die Neutralität Bremens, was jedoch abgelehnt wurde. Am 19. Februar 1547 erschien ein kaiserliches Heer vor Bremen und zog plündernd durchs Hollerland ins Werderland wo ihnen zwischen Walle und Burg auf der Weser mehrere Schiffe in die Hände fielen. Einschließen konnten sie die Stadt aufgrund ihrer Zahl jedoch nicht. Um Versorgungsschwierigkeiten zu lindern, bauten sie in Walle eine Brücke über den Strom, über die sie Lebensmittel aus dem Vieland holen konnten. Ein Bremer Angriff zerstörte die Brücke sofort wieder. Die Stadtbevölkerung konnte ermessen was ihr bevorstand, falls das unterbesoldete Heer den Ort einnehmen würde und stand fest zusammen. Im Vorgelände wurden Gebäude abgerissen, darunter das ganze Dorf Utbremen, die Reste des Paulsklosters, die Rembertikapelle, die alte Mauer zwischen der Alt- und der Stephansstadt sowie diverse Türme auf der alten Stadtmauer. Aus Hemelingen wurden Eichenstämme geholt, die man für Festungsarbeiten unter Anleitung des Grafen Christoph von Oldenburg benötigte. Tägliche Ausfälle der Truppe machte den Belagerern das Leben schwer.

Während der Erzbischof den Kaiserlichen vergebens eine Vermittlungstätigkeit anbot, für militärische Unterstützung fehlten ihm die finanziellen Mittel, schlug sich Graf Anton von Oldenburg auf die Seite der Angreifer. Als Gegenleistung für Soldaten und Proviant verlangte er die Aussicht auf die Herrschaft Delmenhorst, das Dorf Lehe sowie Fischereirechte auf der Hunte und Weser.

In der Nacht vom 30. auf den 31. März 1547 griffen die Bremer von vier Schiffen und vom Stephanitor aus die Stellungen in Walle und Gröpelingen erfolgreich an. Die Gegenseite erlitt erhebliche Verluste an Menschenleben, verlor sieben Geschütze sowie ihren Befehlshaber Jobst von Cruningen. Am nächsten Tage zogen sie nach Ottersberg und Zeven ab. Bremer Truppen eroberten am 5. und 7. April im Erzstift die Burgen Hagen und Stotel.

Als das kaiserliche Heer abgezogen war, überfiel Graf Anton von Oldenburg mit fünfhundert Mann Delmenhorst sowie Harpstedt und besetzte das Stedinger Land, wodurch sich sein Einflußbereich wieder mit bremischem Territorium berührte.

Bereits am 19. April stand unter der Oberführung des 18jährigen Erich von Braunschweig-Calenberg ein weiteres kaiserliches Heer vor den Toren oberhalb der Hansestadt bei Hastedt und gegenüber auf der linken Weserseite bei Arsten/Habenhausen. Übergabeforderungen wurden zurückgewiesen. Wieder wurden die Verteidigungsanlagen mit Palisadenzäunen, Fallgruben, Wällen und Pfahlreihen in der Weser verstärkt. Als der Beschuß von der linken Flußseite in der Stadt nur geringen Schaden anrichtete, versuchte Erich den Fluß in die Ochtum abzuleiten, um danach mit Fußvolk angreifen zu können. Es zeigte sich jedoch, daß das Flußbett der Ochtum höher als das der Weser lag. Als ein protestantisches Heer in Erich von Braunschweig-Calenbergs Herzogtum eingefallen war, ließ dieser im Mai von Bremen ab und zog linksseitig weseraufwärts. In der Schlacht bei Drakenburg wurde er vernichtend von einem schmalkaldischen Heer geschlagen, während rechtsseitig die Truppenteile unter Christoph von Wrißberg sich bei Achim mit ihren Kanonen im Sand festfuhren. Als der von der Niederlage Erichs erfuhr, versuchte er, in die Niederlande zu entkommen, wurde von Bremer Truppen bei Bassum angegriffen und verlor etwa fünfhundert Soldaten als Gefangene. Im Juni erstürmten Landsknechte unter dem Kommando Albrechts von Mansfeld im Erzstift die Burgen Ottersberg, Rotenburg, Neuhaus/Oste und Bremervörde. Die Stiftstände lehnten Albrecht jedoch ab, und der Erzbischof konnte Langwedel und Thedinghausen zurückerobern.

Nachdem der Schmalkaldische Bund zusammengebrochen war, forderte der Kaiser vom Rat der Stadt Bremen Gehorsam sowie 100 000 Gulden Buße. Als dies abgelehnt wurde, verlangte er Anfang Mai 1548 auf dem Reichstag zu Augsburg zusätzlich die Aussöhnung mit dem Erzbischof, die Rückgabe von Geschützen an Herzog Erich, für sich selbst acht Kanonen und den Verzicht über die Lehnsherrschaft im Harlinger Land. Obgleich mit der Acht gedroht wurde, lehnte Bremen auch das "Augsburger Interim" ab. Zwar ging die Lehnsherrschaft über Harlingen verloren, ansonsten taktierte die Stadt in den nächsten Jahren hin und her, ohne etwas zu verändern. 1552 geriet der Kaiser selbst in eine schwierige Lage und die Angelegenheit geriet weitgehend in Vergessenheit.

1553 schlug der Blitz in den Dom ein und verbrannte den Dachstuhl. Zwar wurde der Turm erneuert, aber nicht so ansehnlich wie zuvor.


vorher und nachher

Bild: Domtürme

Durch Albert Rizäus Hardenberg, Feldprediger im schmalkaldischen Heer unter Graf Christoph von Oldenburg (gleichzeitig Vorsitzender des Domkapitels), der 1547 im Dom als Prediger angestellt wurde, kam kalvinistisches Gedankengut nach Bremen, das schnell Anhänger beim einfachen Volk, aber auch bei einigen Ratsherren fand. Ab 1555 ereigneten sich erbitterte Auseinandersetzungen zwischen orthodoxen lutheranischen Gemeindepredigern und Hardenberg um das Abendmahl, in die der Rat, der Erzbischof, diverse Fürsten, die Hanse und sogar der Kaiser später einbezogen wurden. Die Hanse schloß Bremen dann am 4. Januar 1563 aus dem Städtebund aus; erst 1576 wurde es wieder aufgenommen. Der total ausgeuferte Streit konnte im Frühjahr 1568 in Verden offiziell beigelegt werden, die religiösen Gegensätze aber schwelten weiter. Unter dem Einfluß des Bürgermeisters Daniel von Büren und des Theologen Christoph Pezelius (Pezel) entwickelte sich bis zum Ende des 16. Jahrhunderts in Bremen ein gemäßigter jedoch intoleranter Kalvinismus, der für alle Schichten mit unverrückbaren Verhaltensweisen verbunden war.

Im Sommer 1566 brach in Bremen wieder eine furchtbare Pestepidemie aus, der mehrere tausend Einwohner zum Opfer fielen. Weitere Epidemien folgten 1577, 1581, 1582, 1584 und 1585. Naturkatastrophen ereigneten sich im Oktober 1570, als durch Hochwasser der Deich bei Mittelsbüren brach, das Wederland überschwemmte und zahlreiche Menschen im Unterwesergebiet ertranken, sowie im Februar 1571, als das Vieland unter Wasser geriet. Eine Teuerung aufgrund des langen kalten Winters mit Viehsterben und aufgrund des niederländischen Krieges, der die Nordsee unsicher machte, brach 1573 über Bremen herein.

Am 4. Dezember 1566 starb Georg, der letzte katholische Erzbischof. Sein Nachfolger, der 16jährige Student Heinrich von Sachsen-Lauenburg, war Protestant und weitgehend von den inzwischen erstarkten Domständen abhängig. Im Alter von fünfunddreißig Jahren verstarb er nach einem Sturz vom Pferd. Sein Verhältnis zum Rat gestaltete sich vom ersten Einritt in die Stadt ab als schlecht. Doch seine Nadelspitzenpolitik konnte Bremen nicht ernsthaft gefährden. Weil sein Nachfolger, Johann Adolf, bei seiner Wahl 1585 erst 11 Jahre alt war, nahm zunächst das Domkapitel die Rechte des Erzbischofs wahr. 1596 gab er das Amt an seinen 18jährigen Bruder Johann Friedrich weiter, der sich jedoch auch nicht aus der Bevormundung der Domstände befreien konnte.

1576 brach der alte Konflikt mit dem Grafen von Oldenburg wieder auf. Nur mühsam konnte man sich über Fischereirechte auf der Weser, Hunte und Ochtum, über den Ausgleich von Schulden, den Schutz von Grundeigentum in der Grafschaft, Stapelrechten, Akzise und vor allem um Deichrechte und Zölle einigen. Die oldenburgischen Ansprüche auf Lehe wurden auf den Rechtsweg verwiesen. 1585 verstärkte sich der Zank wieder im Zusammenhang mit dem niederländischen Krieg. Der Graf begünstigte Seeräuberei auf der Weser, so daß Bremen ständig acht Kriegsschiffe im Einsatz halten sowie Reuter- und Konvoisteuer erheben mußte. Kriegerische Auseinandersetzungen drohten, als der Graf nach erfolgloser Beschwerde bei den Stiftständen die Hunte blockierte, einen Boykott gegen Bremer Kaufleute verhängte sowie die Auszahlung von Zinsen und Pachtgeldern an Bremer Grundbesitzer sperrte. Der Einmarsch spanischer Truppen in Norddeutschland ließ den Konflikt vorerst wieder in den Hintergrund treten.

In den Jahrzehnten zwischen 1568 bis 1587 versuchten Fürsten der verschiedensten Häuser immer wieder, Anleihen von der Stadt zu erhalten. Wurde das im Einzelfall abgelehnt, so hatte das manchmal nachteilige politische Folgen. Große Summen gingen verloren, weil die Schuldner sie nicht zurückzahlen konnten. So lastete die Verantwortung für das Amt eines Ratsherren oftmals schwer auf den Schultern der gewählten Träger. Nicht selten wurde es ausgeschlagen oder Alter bzw. Krankheit als Grund für einen Rücktritt vorgeschoben. Einnahmen brachte das Amt nur im Zusammenhang mit bestimmten Aufgaben, ansonsten hinderte es an der Ausübung des eigenen Berufes, zumal Bürger und Kollegen naturgemäß stets mehr zu bemängeln als zu beloben haben/hatten. Seine Kosten mußte jeder Ratsherr aus eigener Tasche begleichen.

Nach dem Tode des Komturs Franz von Dumstorp im Juli 1583 ging der gesamte Besitz der Deutschordenkomturei in das Eigentum der Stadt über. In den Gebäuden richtete man später die Münze und den Marstall ein.

Für die seefahrende Bevölkerung war das Leben in dieser Zeit sehr gefährlich. Nicht nur, daß die hölzernen Schiffe klein und die technischen Ausrüstungen begrenzt waren, es kam nicht selten vor, daß die Mannschaften sich gegen Piraten verteidigen mußten, dabei getötet, verletzt oder in die Sklaverei verkauft werden konnten. Wenn die Schiffe zu einer längeren oder kürzeren Reise in See stachen, war es für manchen ein Abschied für immer. Dabei gerieten deren Familien, aber auch schwerverletzte Seeleute, die nicht mehr arbeiten konnten, in unverschuldete Not. Um Abhilfe zu schaffen, gründeten Bremer Kaufleute und Schiffer 1545 die "Armen Seefahrt", aus der später das "Haus Seefahrt" hervorging, das heute noch in Grohn den Seefahrtshof unterhält.

Diese Organisation erhob von jeder Schiffsladung einen gewissen prozentualen Beitrag, aus dem die Bedürftigen unterstützt wurden. Diese Unterstützungskasse gilt als der älteste noch bestehende Sozialfond Europas. Das "Haus Seefahrt" richtet auch jetzt noch an jedem zweiten Freitag im Februar die "Schaffermahlzeit" aus, die auf das Abschiedsessen der Schiffer und Kaufleute beim Aufbruch nach der Winterpause zurückgeht.

Landeten früher die kleinen Schiffe mit wenig Tiefgang am flachen Strand an, so wurden die etwas größeren an Pfählen unweit des Ufers festgemacht und geleichtert. Der Teil des Ufers, der mit eingeschlagenen Pfählen befestigt war, nannte man "slait", aus dem sich der Name Schlachte entwickelte. Hier entstanden zwischen 1574 und 1590 die zentralen Hafenanlagen auf stadtbremischem Gebiet und blieben es bis zur Eröffnung des Europahafens im Jahre 1888. Hier standen mehrere Wuppen und ein großer hölzerner Kran, mit denen schwere Frachten an Land gehievt wurden. Die Straße Kranpforte weist noch heute auf die Stelle hin, wo der Kran einst stand. Leichtere Lasten wurden von dafür privilegierten Arbeitern von Bord in die Speicher getragen.

Gegenüber der Schlachte auf einer Insel siedelten sich Betriebe an, die der Seefahrt zuarbeiteten: Werften, Segelmacher, Tauwerker etc. Den Namen "Teerhof" erhielt dieses Gebiet deshalb, weil nur hier Teer heiß gekocht und für Seile und Trossen verarbeitet werden durfte. In den engen Straßen des übrigen Stadtgebietes war das wegen Feuergefahr nicht gestattet.

Im Jahre 1586 baute Lüder von Bentheim, ein Steinmetz und Steinkaufmann, in der Langenstraße die Stadtwaage, ein Gebäude mit einer Wiegeeinrichtung in der unteren Halle (nach völliger Zerstörung im zweiten Weltkrieg heute eine Dependance der Sparkasse in Bremen).


Bild: Wappen von Bremen