Startseite

Aus der Zeit,
bevor Bremen eine Stadt wurde

1. Jahrtausend
11.Jahrhundert
12.Jahrhundert
13.Jahrhundert
14.Jahrhundert
15.Jahrhundert
16.Jahrhundert
17.Jahrhundert
18.Jahrhundert
1789 - 1914
1914 - 1918
1918 - 1919

1919 - 1933
1933 - 1939

1939 - 1945
1945 - 1949
1949 - 1968
1968 - 1989
1989 -

Schlagworte

Aus der Zeit, bevor Bremen eine Stadt wurde.

Über die Anfänge der Stadt Bremen lassen sich nur Vermutungen anstellen. Wann hier, im inneren Bereich des alten Stadtgrabens, zuerst gesiedelt wurde, darüber ist nichts wirklich verbürgt. Daß aber im erweiterten Umfeld schon sehr früh Menschen gewohnt haben, davon gibt es viele Spuren. Steinzeitmenschen aus der Zeit um 150 000 v. Chr. hinterließen bei Lehringen im Kreis Verden im Skelett eines Ur-Elefanten eine 2,40 m lange Lanze aus Ebenholz. Schaber und Spitzen aus Stein wurden im Kies der Weser gefunden, Rastplätze von Menschen aus der Späteiszeit vor ca. 10-12 000 Jahren bei Wildeshausen. Großsteingräber aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. finden sich bei Osterholz-Scharmbeck, Wildeshausen, Kleinenkneten und Rekum, Urnenfelder aus der Zeit ab 1 250 bis zum 8.
Jahrhundert v. Chr. im gesamten Küstengebiet. 1885 holte ein Bagger einen römischen Stieltopf aus der Weser, ein römischer Messingeimer fand sich 1890 in der Kleinen Weser, 1928 stieß man in der Lesum auf einen Kammhelm aus Bronze, der gleichfalls aus dieser Völkerwanderungszeit stammen dürfte.


Bild: Glaner Brätigam

Im zentralen Stadtgebiet Bremens aber wurde bisher nichts gefunden, was mit Sicherheit auf eine sehr frühe Besiedelung hindeuten würde.

Erst aus schriftlichen Überlieferungen der Römer wurde bekannt, daß der an der Unterweser siedelnde Stamm der germanischen Chauken oder Hauken, die auf Wurten siedelten, einige Jahre lang von Kaiser Augustus ( um die Zeitenwende) unterworfen worden war. Wo die Chauken geblieben sind, ist unbekannt. Wahrscheinlich haben sie sich mit den seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. aus Holstein vordringenden Sachsen vermischt, die hier in den nächsten Jahrhunderten die Führungsschichten bilden sollten.

Eine Siedlung, welche die Bezeichnung Stadt verträgt, gab es wahrscheinlich nicht, obwohl Historiker immer wieder Theorien darüber aufgestellt haben. Auch Sagen darüber, z. B. von der Gluckhenne, werden von Generation zu Generation weitererzählt. Eher gab es kleine Ansiedlungen zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert, wie sie in Hemelingen, Mahndorf, Grambke und Rekum gefunden und
ausgegraben wurden.

Die 26 km lange, sich am rechten Weserufer entlangziehende Düne eignete sich vortrefflich zur Besiedelung und für die Anlage von Verkehrswegen. Sie verbindet zwei Geestflächen miteinander.
Im Nordwesten eine bei Lesum und im Südosten eine andere bei Achim. Selbst bei starkem
Hochwasser lag sie weitgehend trocken und dort, wo heute das Zentrum der Stadt Bremen liegt,
führte sie so nahe an das Ufer der Weser heran, daß eine Überquerung mittels Fähre oder einer Furt möglich gewesen sein muß.

Bild: Bremen Karte Vorgeschichte

Die Weser verlief hier in mehreren Armen, zwischen denen Inseln entstanden, die durch Furten miteinander verbunden

waren. Ein Nebenarm, die Balge, umfloß ein Gebiet, das später das Tiefer- und Martiniviertel aufnahm. Der Name Balgebrückstraße erinnert noch immer an den längst zugeschütteten Weserarm. In der Balgemündung wurde 1925 ein versilberter Spangenhelm aus der
Völkerwanderungszeit (4.-5. Jahrhundert n. Chr.) gefunden, 1862 in der Baugrube der alten, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Börse am Markt (wo heute das Bürgerschaftsgebäude steht) Urnen, und beim Bau eben dieses Bürgerschaftsgebäudes 1963 eine Feuerstelle, in der noch ein Topf steckte. Die
Umbauarbeiten im Dom förderten alte Scherben zu Tage. Die Datierungen all dieser Gegenstände sind jedoch unsicher und können nicht ohne weiteres mit einer sehr frühen, dauerhaften Besiedelung in Zusammenhang gebracht werden.Flurbezeichnungen sind oftmals sehr alt und geben Hinweise. Das könnte auch für den Namen Bremen gelten, obwohl es hier wiederum unterschiedliche Theorien gibt. Interessant ist eine Ableitung aus der ältesten Form Bremun, lateinisch Brema und Bremae, lokativer Dativ des Plurals Brem, was "an den Rändern" oder Singular "am Rande" bedeutet. Lag da ein Flurstück oder eventuell doch eine
Siedlung am Rande der Düne? Heute wissen wir es noch nicht, aber vielleicht taucht noch einmal ein ernstzunehmender Beweis auf.