Los-Forschungsgruppe

Profil

 

Profil der Forschungsgruppe LOS

Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft, der weltumspannende Aufbau von Informations- und Kommunikationsnetzen, die damit einhergehende Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs machen ein Überdenken bestehender Organisations- und Produktionsformen notwendig. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass mehr und vor allem eine andere Kompetenz wieder an den Ort zurück verlagert werden muss, an dem das Produkt bearbeitet oder die Dienstleistung erbracht wird. Lebenslange Weiterbildung wird zur Überlebensstrategie für Personen, Unternehmen und Gesellschaften. Auf diese Herausforderungen kann nicht mehr ausschließlich mit bisherigen Formen der Weiterbildung geantwortet werden. Neue Formen der Aus- und Weiterbildung müssen entwickelt und praktiziert werden.

Eine bislang viel zu wenig beachtete Form der Qualifizierung ist das selbstgesteuerte Lernen am Arbeitsplatz.
Denn jeder lernt sein Leben lang. Dieses Lernen vollzieht sich aber für den Einzelnen meist unbemerkt, wie unsere und andere Forschungsergebnisse belegen. Sie zeigen auch, dass diese Form der kontinuierlichen Qualifizierung individuell und arbeitsplatzspezifisch abläuft. Daher greifen allgemeine, top-down-Maßnahmen der Organisationsentwicklung hier kaum. Im Gegenteil,sie können kontraproduktiv sein, insbesondere dann, wenn sie nur die Verantwortung zum selbstgesteuerten Lernen delegieren, ohne dieses zu unterstützen. Demgegenüber können gezielte Maßnahmen, die auf die spezifischen Bedingungen des Arbeitsplatzes und den an ihm Lernenden zugeschnitten sind, diese "natürliche Form" der Qualifizierung dem Einzelnen gewahr werden lassen. Auf diese Weise wird eine Dynamik ausgelöst, die für beide Teile - Unternehmen und MitarbeiterInnen - höchst befriedigend ist.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns zum Ziel gesetzt, das bislang wenig erforschte Lernpotential des täglichen Arbeitens zu analysieren sowie die individuellen Lernvoraussetzungen und Vorgehensweisen der MitarbeiterInnen zu untersuchen. Mit entsprechenden Maßnahmen ist es möglich, Bereitschaften und Fähigkeiten der MitarbeiterInnen zum selbstgesteuerten Lernen - zentrale Schlüsselqualifikationen also - zu fördern. "Organisation" und "selbstgesteuertes Lernen" sind somit kein Widerspruch. Organisation, insbesondere pädagogische, ist zumindest anfangs notwendig, soll diese Form des Lernens und Handelns zur Optimierung betrieblicher Qualifizierungs- und Organisationsentwicklungskonzepte beitragen.

Unsere praxisorientierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind in nationale und internationale Forschungsnetzwerke eingebunden. Die Forschungsgruppe LOS unterhält einen engen inner- und außeruniversitären Erfahrungsaustausch mit Institutionen und Forscherteams in Deutschland, der EU und den USA.