Stichwörter: Soziologie des Cyberspace, Cybertheory, Wissenssoziologie, Mediensoziologie, Netzwerkmedien, Soziale Probleme, Kriminalsoziologie

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Soziologie des Cyberspace
 

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Dr. Michael Schetsche

Privatdozent am Institut für Soziologie der Universität Bremen.

Foto: chrisp
Wichtige Änderung: Seit 1. 5. 2002 arbeite ich hauptberuflich am "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene" in Freiburg. Ich leite dort die neu eingerichtete Abteilung
Empirische Kultur- und Sozialforschung.

Aktuelle Veröffentlichung:

Kai Lehmann, Michael Schetsche (Hrsg.) (2005): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens. Bielefeld: transcript.

Frühere Forschungsgebiete

Bis vor kurzem forschte und lehrte ich primär auf drei Arbeitsfeldern:

1. Soziologie des Cyberspace: Am intensivsten beschäftigt mich zur Zeit die Frage nach den kommunikativen, kulturellen und sozialen Potentialen der Netzwerkmedien. Nachlesen können Sie hier schon einmal meine Vorüberlegungen zu einer Mikrosoziologie des Cyberspace. Da von Seiten des Instituts für Soziologie der Universität Bremen derzeit kein Interesse an diesem Themenkomplex besteht, habe ich zusammen mit einigen jüngeren Mitstreitern und Mitstreiterinnen die Creative Network Factory (CNF) gegründet. Diese kooperative Denkfabrik soll nicht nur cybertheoretische und cybersphilosophische Grundlagenforschung betreiben, sondern auch auch praxisorientierte Pilotstudien und die Entwicklung experimentelle Anwendungen und innovative Lösungen im gesamten Bereich der Netzwerkmedien fördert. Die CNF betreibt unter dem Namen Soziosphäre auch eine besondere Art von Ressourcepage zum Thema "Soziologie des Cyberspace", die ich ausdrücklich empfehlen möchte.

2. Wissens- und Mediensoziologie: Seit etwa fünf Jahren beschäftige ich mich theoretisch und empirisch mit der Entstehung, der Verbreitung und dem Wirksamwerden verschiedenster Formen kollektiven Wissens. Mediale Selektionsfaktoren, Wechselwirkungen zwischen Alltags- und Expertenwissen und die Veränderung der Öffentlichkeit durch Netzwerkmedien sind hier nur einige Themen. In diesem Kontext habe ich mich eine Zeitlang sehr Intensiv mit der Entstehung und Verbreitung abweichender Deutungssysteme beschäftigt  (ein Ergebnisse sind  verschiedenen Aufsätze zum Thema  "Entführung durch Außerirdische als soziales Phänomen").Eine allgemeinere theoretische Einordnung solcher medialen Phänomene nehme ich im Beitrag "Die Verschleifung von Realem und Imaginärem" vor.

3. Soziologie sozialer Probleme und Kriminalsoziologie: Ich habe in den letzten zehn Jahren eine Vielzahl von Phänomenen untersucht, die soziologisch als soziale Probleme verstanden und entsprechend analysiert werden können: die Verbreitung von Pornographie, sexueller Mißbrauch, satanisch-rituelle Mißhandlungen, Internetkriminalität ... Mein theoretisches Verständnis dieser Phänome hatte ich erstmals umfassend in der Monographie "Die Karriere sozialer Probleme" dargelegt. Methatheoretisch begründet und methodisch fortgeschrieben wird dieses Analyseprogramm in meiner Habilitationsschrift: "Wissenssoziologie sozialer Probleme".  Im Mittelpunkt der dort formulierten wissenssoziologischen Theorie sozialer Probleme stehen die Struktur problembezogener Deutungsmuster, die Parameter ihrer medialen Verbreitung und die Bedingungen des Wirksamwerdens kollektiver Deutungen in der postmodernen Gesellschaft.
 

Multimedia: Das modulare Seminar-Interface (MSI)

Vom 1.4.2001 bis zum 31.3.2002 habe ich (zusammen mit Thomas Krug und Thomas Temme) ein web-basiertes Modulares Seminar-Interface entwickelt, das als Standardoberfläche für die telemediale und multimediale Unterstützung von Lehrveranstaltungen in sozial- und geisteswissenschaftlichen Studiengängen gedacht ist. Das Interface soll den Lehrenden die Möglichkeit geben, den Lernenden multimediale Anwendungen und Arbeitsmaterialien jeglicher Art unter einer einheitlichen Oberfläche zeit- und ortsunabhängig bereitzustellen. Gleichzeitig soll es für Lehrende wie Lernende als virtueller Diskussionsraum fungieren, mit dessen Hilfe Lehrveranstaltungen vor- und nachbereitet werden können.

Das MSI-Projekt wird vom Fachbereich 8 der Universität Bremen finanziert und findet in Kooperation mit der Creative Network Factory statt. Aktuell wird das MSI in verschiedenen Lehrveranstaltungen didaktisch evaluiert. Das MSI wurde auf dem 2. Multimedia-Tag der Universität Bremen der universitären Öffentlichkeit vorgestellt. (Kurzpräsentation).

Für unsere Arbeit am experimentellen Vorläufer des MSI wurden Thomas Krug, Thomas Temme und ich am 3.7.2001 mit dem

Berninghausen-Preis  für ausgezeichnete Lehre und ihre Innovation

geehrt, der von der Universität Bremen und den Bremer Unifreunde jährlich für herausragende Leistungen in der Hochschuldidaktik vergeben wird. Diese Auszeichnung erfüllt uns mit großem Stolz. In unserer Dankesrede haben wir u.a. einige auf unseren Erfahrungen basierende Grundsätze zum Einsatz telemedialer und multimedialer Anwendungen in der Hochschullehre formuliert.
 

Wissenschaftliche Veröffentlichungen

Lieferbare Monographien: Einige Aufsätze der letzten Jahre:
 Soziologie des Cyberspace - Homepage von Dr. Michael Schetsche
                        Quelle: http://www-user.uni-bremen.de/~mschet/
Letzte Aktualisierung: 06.06.2005