Zusammenfassung:
Der Aufsatz beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung kollektiver
Deutungen, die im Widerspruch zum vorherrschenden (Natur-)wissenschaftlichen
Weltbild stehen. Wie solche abweichenden Deutungsmuster sich verbreiten,
wird am Beispiel der 'Entführungen durch Außerirdische' rekonstruiert.
Im Anschluß an eine Zusammenfassung der Ergebnisse der bisherigen
sozialwissenschaftlichen UFO-Forschung werden dazu die Geschichte
des Entführungsphänomens,
die beteiligten kollektiven Akteure, die Binnenstruktur des Deutungsmuster,
eingesetzte Diskursstrategien, die Rolle der Massenmedien sowie die Reaktionen
staatlicher Instanzen untersucht. Auf Basis wissenssoziologischer Hypothesen
werden abschließend vier (sich ergänzende) Vorschläge gemacht,
wie die aktuelle Beliebtheit der UFO-Deutung in der Öffentlichkeit
soziologisch erklärt werden könnte.