Multimedia-Projekt

MSI-Logo  Modulares Seminar-Interface (MSI)
entwickelt vom

Fachbereich 8 der Universität Bremen in Kooperation mit der Creative Network Factory
 

Das "modulare Seminar-Interface" (MSI) ist ein webbasiertes Computerprogramm zur Unterstützung sozial- und geisteswissenschaftlicher Lehrveranstaltungen. Mit dem MSI soll demonstriert werden, daß auch diskursorientierte Lehrveranstaltungen durch telematische Anwendungen bereichert werden können.

Das MSI dient nicht, wie viele der heute entwickelten Multimedia-Module, der Interaktion zwischen 'Mensch und Maschine'. Es dient vielmehr der Kommunikation zwischen Menschen, zwischen Lehrenden und Lernenden. Es ist also kein weiteres Lernprogramm, sondern ein Kommunikationsmittel, das sich der Möglichkeiten der neuen Medien bedient. Ziel ist es dabei, einen zusätzlichen, möglichst offenen virtuellen Kommunikationsraum bereitzustellen.

Das MSI ist primär für Lehrveranstaltungen gedacht, in deren Zentrum die diskursive Auseinandersetzung mit Theorien und/oder Themenkomplexen auf Basis von Fachliteratur oder lebensweltlichen Texten steht. Sein wichtigster Bestandteil sind Funktionen zur Annotierbarkeit von Texten. 'Annotierbarkeit' bedeutet dabei, daß Seminartexte nicht nur online gelesen werden, sondern daß sie unmittelbar am Bildschirm abschnitts-, absatz- oder auch satzweise mit 'Randnotizen' versehen werden können: Nachfragen, Anregungen, Kommentare, Hinweise auf Sekundärliteratur, Links. Diese Kommentierungen können von allen anderen SeminarteilnehmerInnen eingesehen und ihrerseits kommentiert werden. Es entsteht eine baumförmige Kommentierungsstruktur, die auch optisch entsprechend abgebildet wird. Je nach Absprache im Seminar können einzelne Textstellen und ganze Texte so vor und/oder nach der Präsenzveranstaltung im "virtuellen Seminarraum" diskutiert werden. (Andere Funktionen, wie sie auch die verschiedensten, bereits vorhandenen kommerziellen Programme kennen, dienen beim MSI primär der Unterstützung dieser 'Diskursfunktion' und der Vereinfachung der Kommunikation unter den Beteiligten.)

Didaktisches Ziel des Einsatzes telemedialer und multimedialer Lehr- und Lernmittel sollte es sein, universitäre Lehre nachhaltiger zu gestalten, die Qualität der Diskussionen zu verbessern und dabei die einzelnen TeilnehmerInnen stärker einzubeziehen. Das MSI soll nicht nur den Studierenden die Möglichkeit geben, sich zeit- und ortsunabhängig an der Seminardiskussion zu beteiligen, sondern auch eine stringentere Vorstrukturierung und systematische Nacharbeitung der inhaltlichen Auseinandersetzung ermöglichen. Studierende sollen häufiger, als dies in klassischen Lehrveranstaltungen der Fall ist, die Verantwortung für die Organisation und Strukturierung von Lernprozessen übernehmen. Entsprechend verändert sich die Rolle der Lehrenden von der monodirektionalen Wissensvermittlung hin zu eher moderierenden Aufgaben eines Mentors und Mediators. Gleichzeitig soll das Interface die konkreten Lernprozesse nachvollziehbarer und - für alle Beteiligten - transparenter gestalten.

Die Entwicklung des MSI ist dabei mindestens ebenso prozeß- wie produktorientiert. Das Interface wurde über mehrere Semester hinweg unter Anleitung von Dr. Michael Schetsche von Studierenden entwickelt, erprobt und immer wieder verändert. Dabei ging es primär auch darum, daß Studierende selbst Kompetenzen bei der Entwicklung und Evaluation telemedialer Anwendungen erwerben. Nicht zuletzt für diese konkrete Umsetzung des Learning-by-Doing-Prinzips wurde das MSI-Team mit dem Berninghausen-Preis für ausgezeichnete Lehre und deren Innovation 2001 der Universität Bremen geehrt.

Das MSI wird gegenwärtig für den experimentellen Einsatz in mehreren Lehrveranstaltungen vorbereitet. Im kommenden Wintersemester 2001/2002 soll es an verschiedenen Studiengängen des Fachbereichs 8 der Universität Bremen erprobt und evaluiert werden. Ziel ist es dabei auch, bei Lehrenden wie Lernenden sozial- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge Interesse an den Möglichkeiten des Einsatzes multi- und telemedialer Anwendungen zu wecken.

Falls Sie sich das MSI einmal etwas genauer anschauen wollen, finden Sie hier die aktuelle Version.

Für Fragen, Anregungen und Kommentare sind wir außerordentlich dankbar.
 
 

Projektleitung: PD Dr. Michael Schetsche

Mitarbeiter: Thomas Krug, Thomas Temme

Kontakt:
 Projekt: Modulares Seminar-Interface
   Quelle: http://www-user.uni-bremen.de/~mschet/msi.html
Letzte Aktualisierung: 6.12.2001