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- aber wie? Ein Aufruf Bremer Religionslehrer
Das Gespräch über Werte und Orientierungen hat erfreulicherweise in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert erhalten. Denn - bedrohliche Entwicklungen sind zu spüren: Steigerung der Gewaltbereitschaft, Zunahme des Rechtsradikalismus, stärkere Zukunftsangst, das Fehlen persönlicher und gesellschaftlicher Perspektiven. Diese Entwicklungen finden im Umfeld eines umfassenden gesellschaftlichen Wandels statt. Viele Werte der vergangenen Generationen gelten nicht mehr selbstverständlich. Angesichts der Wertekrise unserer Tage stellt sich jedoch umso dringender die Frage, wo und wie Kinder und Jugendliche tragfähige Erfahrungen machen? Eltern und Erzieher haben verstärkt ethische Aufgaben zu bewältigen, indem sie ihnen helfen, zu guten Lebens-Werten zu finden. So muss auch die Schule viel mehr Zeit und Energie bereit stellen, um grundlegende Fragen zu bedenken: · Worauf kann der Einzelne hoffen, wenn manches perspektivlos erscheint? · Was hält und trägt in der Gemeinschaft, wenn weitgehend Individualismus angesagt ist? · Welche gemeinsamen Werte und Vorbilder sind auch heute noch tragfähig und unverzichtbar? Religion – Nein danke ...? Nach dieser Devise verfahren die meisten staatlichen Schulen im Land Bremen. Die allermeisten Schülerinnen und Schüler des Landes kommen in ihrer Schullaufbahn nicht mit religiösen Fragen in Berührung. Die Schülerinnen und Schüler ... · bleiben ahnungslos, was Kenntnisse des Christentums, des Judentums, des Islams und anderer Religionen betrifft · bleiben sprachlos, weil ihnen nie vermittelt wurde, über Religion und Ethik kundig zu sprechen und tiefe Fragen zu bedenken · bleiben dialog-unfähig und sind somit benachteiligt in multireligiösen Situationen und Diskussionen. Bremens öffentliche Schulen sind fast völlig "religionsunterrichtsfreie Zonen"! · im Stundenplan an den Rand gedrängt oder ganz gekippt worden · mit einem altertümlichen Namen aus dem 19. Jahrhundert ("Biblische Geschichte") behaftet, der die Sache des zeitgenössischen Religionsunterrichts nicht mehr zureichend beschreibt · vom höchsten Unterrichtsausfall betroffen - an manchen Schulen mehr als 80 Prozent, sofern überhaupt Fachunterricht erteilt wird! |
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