Übersicht Arbeitsmaterial
Eva Schoenke
Vorbemerkungen
Den Vorlesungen liegt ein sprachdidaktisches (im Unterricht erprobtes) Konzept zugrunde (vgl. Schoenke 1991), in das inzwischen Untersuchungsergebnisse der Kognitionswissenschaften integriert wurden. Denn Prozesse der Wissensverarbeitung spielen im sprachlichen Handeln eine wesentliche Rolle, und ohne Vertiefung und Ausweitung des Handlungs-, Sprach- und Sachwissens kann niemand die Fähigkeiten im sprachlichen Handeln verbessern.
Übergeordnetes Ziel des Sprachunterrichts ist die sprachliche Handlungsfähigkeit, und den Kern des hier beschriebenen sprachdidaktischen Konzepts bilden Überlegungen,
- was sprachliche Handlungsfähigkeit überhaupt ist,
- welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit jemand sprachlich handlungsfähig sein kann,
- wie sich durch Unterricht die sprachliche Handlungsfähigkeit ausweiten lässt.
Zunächst (1. - 5. Vorlesung) werden hier die übergeordneten Ziele des Sprachunterrichts definiert: die mündliche Sprachhandlungsfähigkeit (produktiv und rezeptiv) und die schriftliche Sprachhandlungsfähigkeit (produktiv/Schreibkompetenz, rezeptiv/Lesekompetenz). Die Voraussetzungen für eine Annäherung an diese Ziele werden genannt.
Von den übergeordneten Zielen und deren Voraussetzungen lässt sich ein sprachdidaktisches Konzept ableiten (6. V.), für das die Textlinguistik als zentrale Bezugswissenschaft geeignet ist (7. V.). Den Unterricht soll diese fachwissenschaftliche "Rahmentheorie" nicht nur über lineare didaktische Reduktionen beeinflussen, sondern besonders über sprachdidaktische Transformationen. Bezugspunkte für Transformationen sind (außer der Linguistik) die übergeordneten Ziele und die durch die Lerngruppe gegebenen Bedingungen (8. V.).
Diese drei Vorlesungen (6. - 8. V.) vermitteln zwischen den übergeordneten Zielen und den sprachdidaktischen Überlegungen zu den einzelnen Lernbereichen (9. - 13. V.).
Die Ausgangserklärungen zur sprachlichen Handlungsfähigkeit (1. - 5. V.) sollten allgemein gültig sein; die sprachdidaktischen Überlegungen (9. - 13. V.) beziehen sich vor allem auf den primärsprachlichen Unterricht mit dem Schwerpunkt Klasse 5-10, teilweise auch auf die angrenzenden Schulstufen.
Für den DaF-Unterricht sollten diese didaktischen Überlegungen ergänzt und an einigen Stellen auch verändert werden.
Obgleich die sprachliche Handlungsfähigkeit auch auf Literaturdidaktik zu beziehen ist, kann die Rezeption poetischer Texte nicht auf Handlungsaspekte allein reduziert werden und wird daher hier weitgehend ausgegrenzt.
Die (notwendige) fachwissenschaftliche Fundierung und Absicherung der fachdidaktischen Überlegungen soll hier nicht deren Übersichtlichkeit beeinträchtigen. Daher werden linguistische Erklärungen und Begründungen nicht direkt in den Text integriert, sondern über Links (auf sprachwissenschaftliche Interneteintragungen) zugänglich gemacht. Man kann durch Aktivierung dieser Links einen schnellen Zugriff zu den Stellen erhalten, an denen einzelne Begriffe oder Bereiche genauer erklärt werden. (Bei Bedarf lassen sich durch Betätigung weiterer Links die linguistischen Kenntnisse ausdehnen und vertiefen.) Über die Zurück-Taste (back) erreicht man wieder den Ausgangspunkt. Der Zugriff zum fachwissenschaftlichen Bezugswissen wird also durch die Benutzer/innen selbst gesteuert.
Sichere linguistische Kenntnisse können kreative didaktische Transformationen und damit sinnvolles flexibles Eingehen auf Schüleraktivitäten (auch in nicht erwarteten Unterrichtssituationen) wesentlich erleichtern.
An einigen Stellen der sprachdidaktischen Überlegungen führen Links zu unterrichtspraktischen Hinweisen (mit erprobten Beispielen).
Das geschieht besonders dann, wenn scheinbar widersprüchliche Vorgehensweisen als sinnvoll und effizient verdeutlicht werden sollen, z. B.
- wie man durch Unterricht die mündliche Sprachhandlungsfähigkeit experimentell und gleichzeitig systematisch ausweiten kann und wie die Schüler/innen dabei zentrale Begriffe selbst entwickeln können,
- wie man mit Texten experimentieren kann, um dabei die Funktion sprachstruktureller Mittel zu erkennen, die dann in einen systematischen Überblick eingeordnet werden können,
- wie sich die Lese- und die Schreibkompetenz auch durch grammatische Übungen fördern lassen.
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