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Eva Schoenke: Textlinguistik

1. Vorlesung: TEXTLINGUISTIK - EIN ÜBERBLICK

Textlinguistik
Teildisziplin der Linguistik  u n d  Integrationsfeld verschiedener Disziplinen (incl. der Theorien sprachlichen Handelns und der Kognitionswissenschaften);
Entstehung der Textlinguistik und Entwicklungstendenzen:
  • von der Satzgrammatik zur Satzsequenzgrammatik,
  • von der Beschreibung satzgrenzenüberschreitender Verknüpfungen zur Untersuchung globaler Textstrukturen,
  • von der Textgrammatik zur Textpragmatik,
  • von Textstrukturanalysen zur Untersuchung kognitiver Prozesse in der "Textproduktion" und der rezeptiven "Textverarbeitung"
Text (vgl. Gewebe, Geflecht)
    Es gibt keine endgültige, allgemein anerkannte Textdefinition,
    sondern nur unterschiedliche Textdefinitionen unter verschiedenen Aspekten, z. B.
  • transphrastisch: "[. . .] ein durch ununterbrochene pronominale Verkettung konstituiertes Nacheinander sprachlicher Einheiten" (Harweg 1968: 148)
  • textpragmatisch: "Ein Text ist jeder geäußerte Bestandteil eines Kommunikationsaktes in einem kommunikativen Handlungsspiel, der thematisch orientiert ist und eine erkennbare kommunikative Funktion erfüllt, d. h. ein erkennbares Illokutionspotential realisiert." (Schmidt 1976: 150)
  • Unter kognitiven Aspekten wird die Kohärenz (der Sinnzusammenhang) eines Textes aufgefasst "als tatsächlich durch Textausdrücke aktiviertes Wissen" (Beaugrande/Dressler 1981: 8, Anm. 8), als "Ergebnis der Bedeutungsaktualisierung, die den Zweck der ´Sinn-Erzeugung´ verfolgt" (117).
  • "integrativer" Textbegriff (Integration sprachsystematischer und kommunikationsorientierter Ansätze) von Brinker (1992: 17): "Der Terminus 'Text' bezeichnet eine begrenzte Folge von sprachlichen Zeichen, die in sich kohärent ist und die als Ganzes eine erkennbare kommunikative Funktion signalisiert."
  • ein weiterer Vorschlag: Ein Text ist das Resultat von Handlungsprozessen, in denen Wissen verarbeitet wird. Die sprachliche Realisierung erfolgt in der Regel durch linear angeordnete, miteinander verknüpfte Sätze. (Ausnahme: Hypertexte sind nicht strikt linear organisiert.)

Forschungsschwerpunkte der Textlinguistik:
Transphrastik, globale Textstrukturen, Handeln mit Texten, Wissensverarbeitung (in der Textproduktion und -rezeption), Texttypen - Textsorten
Stichwörter
Textlinguistik, Text, Transphrastik, Proform, Pronomen, Textpragmatik, Kohärenz, rezeptive Textverarbeitung, Wissen, inferieren

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