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Eva Schoenke  Didaktik sprachlichen Handelns

5. Vorlesung
Handlungsfähigkeit bei der Rezeption schriftlich übermittelter Texte:
Lesekompetenz

Handlungsfähigkeit bei der Rezeption schriftlich übermittelter Texte:

die Fähigkeit, beim Lesen eines Textes aktiv und gezielt durch Integration von Textinformationen und Vorwissen die mentale Textrepräsentation zu konstruieren und den Sinn eines Textes zu erschließen: Lesekompetenz

Voraussetzungen:

die Bereitschaft,
  • sich gründlich mit dem Text auseinander zu setzen,
  • vorläufig gewonnene Annahmen über die Bedeutung einzelner Aussagen, über den Sinn des Textes am Text selbst zu überprüfen (und entweder zu belegen oder zu revidieren),
die Fähigkeit zur gezielten rezeptiven Textverarbeitung, d. h.
  • die sprachlichen Einheiten Wort und Satz zu identifizieren,
  • Wörtern und Aussagen Bedeutung zuzuweisen,
  • die Aussagen außersprachlicher (z. B. graphischer) Textteile zu den sprachlichen Aussagen in Beziehung zu setzen,
  • Textinformationen und Vorwissen aufeinander zu beziehen, integriert zu verarbeiten und Schlussfolgerungen zu ziehen: inferieren,
  • zu prüfen, ob zwischen einzelnen Teilen des Textes ein Zusammenhang besteht, und diesen Zusammenhang herzustellen,
  • die Textfunktion zu erkennen (z. B. informieren, überzeugen, erklären, unterhalten),
die Kenntnis
  • der Funktion syntaktischer Strukturen: Sprachwissen,
  • geeigneter Methoden zum Textverstehen und das Geübtsein in deren Anwendung,
das Geübtsein im Lesen


Voraussetzung für die Herstellung von Textkohärenz ist das Inferieren:
ein kognitiver Prozess, bei dem durch Textinformationen aktivierte Bereiche des Vorwissens integriert und Schlußfolgerungen gezogen werden, um einen Sinnzusammenhang zu konstruieren.

Der komplexe Prozess des Lesens wird auch durch das Layout beeinflusst, z. B. durch Buchstabengröße, Schrifttyp, Zeilenfall - Aufteilung in Sinnschritte, Zeilenabstand, Seitengestaltung.

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