In Gesprächen sind Merkmale sprachlichen Handelns bes. deutlich erkennbar.
Ob eine Situation in der beabsichtigten Weise durch sprachliche Äußerungen verändert wird, ist im Gespräch (wegen des Zusammenfallens von Produktions- und Rezeptionssituation) leicht zu erkennen und kann häufig noch korrigiert werden.
Unterrichtssituationen bieten den Lernenden oft wenig Möglichkeiten zur individuellen Einflussnahme; Schüler/innen benötigen jedoch Übungsmöglichkeiten zur Ausweitung ihrer mündlichen Handlungsfähigkeit.
1. Handlungsbereitschaft fördern und Wissensverarbeitung optimieren
Förderung der sprachlichen Aktivität
- zum Fragen ermutigen, die Formulierung gezielter Fragen hoch bewerten, "normale" Gesprächs- und Arbeitsatmosphäre,
- Schüler Einfluss nehmen lassen - Gespräche aber strukturieren, Schwerpunkte setzen, auch kleine Lernschritte ermöglichen,
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Selbstbewusstsein festigen (bei realistischer Selbsteinschätzung),
- Kreativität hoch bewerten
Wissensverarbeitung optimieren
(bei Integration von Handlungs-, Sprach- und Sachwissen)
- als Unterrichtsgegenstand nicht nur isolierte sprachliche Handlungen wählen, sondern sprachliche Handlungsfelder
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Ein sprachliches Handlungsfeld besteht aus den alternativen und korrespondierenden Sprachhandlungen, die von einer bestimmten Situation ausgehen (und dem Beziehungsgeflecht zwischen den sprachlichen Handlungen) |
- Themen, die an die Erfahrungen der Schüler/innen anknüpfen,
- konkrete (auch fiktive) Situationen mit Identifikationsmöglichkeiten,
- Situationen mit Aufforderungsgehalt zum sprachlichen Handeln
(in Gesprächen und Diskussionen)
- Problemlösungsstrategien entwickeln
Methoden und Sozialformen
- das mündliche Sprachhandeln (vor der gesamten Lerngruppe) häufig in Partner- und Gruppenarbeit vorbereiten (dabei auch den Einsatz sprachbegleitender und nichtsprachl. Mittel beachten),
- Ausgangssituation im Rollenspiel verändern (Tonträger), unterschiedlichen Ausgang reflektieren (Tafelbild), Problembewusstsein fördern - Lösungsstrategien entwickeln,
- Sachthemen in "Expertenrunden" bearbeiten (Gruppenarbeit), Ergebnisse vor der gesamten Lerngruppe vortragen, Fragen beantworten,
- "Podiumsdiskussion" in Gruppenarbeit (nach Schwerpunkten) vorbereiten, Durchführung (Tonträger) mit der ges. Lerngruppe auswerten,
- auch produktorientiert arbeiten, "Zielprodukte" z. B. Hörszenen (Tonträger); Spielszenen in Gruppenarbeit entwickeln und darstellen, Situationsveränderungen mit der gesamten Lerngruppe reflektieren
2. Experimentell u n d systematisch vorgehen
Arbeitsprinzip
mündl. Sprachhandeln erproben Situationsveränderungen erkennen und reflektieren einzelne Sprachhandlungen benennen/klassifizieren sie in sprachl. Handlungsfelder einordnen reflektierter mündl. Sprachhandeln erproben
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- abstrakte Begriffe (z. B. Situation, Absicht, Folgen, wichtige sprechaktbezeichnende Verben wie beschuldigen entschuldigen, rechtfertigen) induktiv erarbeiten, in neuen Zusammenhängen, bei verschiedenen Themen wiederholt verwenden
- graphische Darstellungen im Unterricht entstehen lassen und sie interpretieren
3. Schwerpunkte in der Stoffverteilung
- informieren:
über sich selbst informieren (in neu zusammengesetzten Kl.),
ab 5. Kl. Dinge, Personen, Tiere, Pflanzen beschreiben (auch in Ratespielen),
ab 7. Kl. über Ereignisse berichten
- erzählen:
alle Kl., Schwerpunkt 5./6. Kl. (hier auch "Erzählrunden")
- erklären:
ab 7. Kl. graphische Darstellungen und (einfache) Vorgänge erklären,
- argumentieren/diskutieren:
alle Kl.,
5./6. Kl. für etwas eintreten, dies begründen,
7./8. Kl. in einem Dialog (Streitgespräch) oder in einer Diskussion zu
einem strittigen Problem Stellung nehmen, Pro- und Kontra-Argumente
gegenüberstellen und prüfen, Gesprächs- oder Diskussionsergebnis
formulieren,
ab 9. Kl. zusätzlich Behauptungen explizit begründen, Begründungen belegen, aus Begründungen und Belegen Schlussfolgerungen ziehen, Argumentationsergebnis (evtl. mit Einschränkungen) formulieren,
ab 10. Kl. (in Ausnahmefällen ab 8. Kl.) Diskussion leiten/strukturieren, das strittige Problem formulieren, "das Wort erteilen", Teilergebnisse der Diskussion (und strittig gebliebene (Teil-)Probleme formulieren, die Diskussion abschließen
- Konflikt sprachlich verarbeiten
alle Kl., altersgemäß den Argumentationsstufen entsprechend, zusätzlich das sprachl. Handlungsfeld etwas vorwerfen/jmd. beschuldigen - sich rechtfertigen/sich entschuldigen - Verständnis äußern . . .
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