Mai 1998
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Seit langem wollte ich an dieser Stelle meine Begeisterung über das Buch von RAOUL SCHROTT mit dem Titel DIE ERFINDUNG DER POESIE schreiben. Endlich ist ein wenig Luft da. Nun, dieses Buch voller Gedichte ist eine vom Autor getroffene Auswahl aus den ersten viertausend Jahren (wie es im Untertitel heißt), und diese Jahre beginnen schon 2400 v. Christi und enden damit schon im 16. Jahrhundert.

Die Gedichte dieser Anthologie wurden alle von Raoul Schrott übertragen. Er beginnt bei den Sumerern und damit der Keilschrift. Zu jedem Block von Gedichten gibt es eine ausführliche Einführung durch den Autor. Er schreibt in seiner Einleitung:

Der Titel dieses Buches kann auch nichts anderes als eine Tautologie sein, die doppelte Bezeichnung ein und desselben Sinns, um den die Begriffe sich im Kreis drehen: Poesie und Erfindung. Sie beide bedeuten nichts anderes, als das Verfertigen und Hervorbringen von bisher noch nicht Vorhandenem - und ihre Überschneidung zeigt sich bereits in dem, was man früher einmal, mit einem sinnlichen Begriff, die Empfindung nannte. Doch nicht so schnell. Was diese zwei Worte zunächst weniger verstecken denn verraten, ist eine Art von Unentschiedenheit über ihre grammatikalische Kategorie, die nicht nur um einzelne Modalitäten, sondern auch um das Genus ihrer Verben kreist.

Die in den 15 Abschnitten vorgestellten Gedichte behandeln viele Themen aus allen Lebenslagen und sind wunderbar übertragen worden.


Fazit:

Diese Entdeckungsreise durch die Dichtung der Jahrhunderte ist auf- und anregend! Meine Empfehlung: Auf die Reise gehen, sich anregen lassen. Jeder Abschnitt ist in sich abgeschlossen und deshalb ist diese Reise abschnittsweise genießbar.


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