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Auch bei so bekannten und längst verstorbenen Autoren wie Hans Fallada finden sich heute noch unveröffentlichte Texte. Ich empfehle nach Lektüre sein Strafgefangener, Zelle 32. Tagebuch aus Jahre 1924.
Aufgrund einer Unterschlagung im Jahre 1922 muß Fallada alias Rudolf Ditzen im Juni 1924 ein 6-monatige Haftstrafe antreten. In seinem Tagebuch schildert er ausführlich seinen Kampf gegen die Bettwanzen und wie er als unbeholfener Mensch seine Arbeitsdienste, z.B. Sägearbeiten, verrichtet.
Mir völlig unverständlich sind die nachträglichen Tippex-Übermalungen in meinem Exemplar. Offensichtlich (unter den weissen Aufklebern zu lesen) ist nur der bürgerliche Name von Fallada, Ditzen, überpinselt worden. Über 50 Jahre nach seinem Tod!?
Man muss nicht alles von Fallada lesen, aber diesem ungeschminkten Gefängnisreport kann man noch nach über 70 Jahren eine gewisse Aktualität nicht absprechen. Dank des ausführlichen Anhangs mit Anmerkungen zu den erwähnten Personen kann man alle Abschnitte im Tagebuch verstehen. Fallada war auch ein Meister des Tagebuchschreibens!