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- 450 Jahre Giordano Bruno -

Irmela Krause

Bruno an den europäischen Höfen:
Paris



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Giordano Bruno ließ auf seinen Reisen durch Europa viele Menschen in zahlreichen Städten an seinem Wissen teilhaben, lehrte seine oft umstrittenen Theorien. Zu den Städten gehörten unter anderem die Hauptstädte der Königreiche Frankreich und England - Paris und London. Zu den Menschen , die Interesse an seinen Wissenschaften zeigten, gehörten ihre Monarchen Elisabeth I. und Heinrich III.

Heinrich III.
geb. 19. September 1551/ gest. 2. August 1589

Heinrich III. wurde am 19. September 1551 als Sohn Heinrichs II. und Katharina von Medicis geboren. 1560 wurde er zum Thronfolger ernannt, 1573/74 war er König von Polen und vom 30. Mai 1574 an 15 Jahre lang König von Frankreich. Mit seiner Gattin Louise de Vaudémont hatte er keine Nachkommen; ein Umstand, der ihn ab 1583 zu einem öffentlichen Treuegelöbnis, Prozessionen und verschiedenen Wallfahrten verleitete, um doch noch die Gnade eines Thronfolgers für sein aussterbendes Geschlecht zu erbitten. Doch alle Versuche schlugen fehl.
Heinrich III. wurde von seinen Zeitgenossen als "roi prêtre", als Priesterkönig bezeichnet, eine Anspielung auf seine tiefe Frömmigkeit. Er zog sich tagelang in Klöster und Konvente verschiedener Orden und Bruderschaften zurück, die er zum Teil selbst errichten ließ oder gründete. Heinrich III. sagte selber von sich: "Was ich liebe, liebe ich mit aller Intensität" (Chevallier). Seine Herrscherqualitäten waren immer umstritten und Zeit seines Lebens rankten sich Gerüchte und Legenden um den letzten Valois König. Er starb am 2. August 1589 an den Folgen eines Attentats.

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Die Wiederkehr zum religiösen Rittertum und zu damit verbundenen Orden und Bußbruderschaften war ein Zeichen der Verzweiflung, die sich unter den Mitgliedern der französischen Monarchie breitgemacht hatte. Man benötigte dringend einen Thronerben, um das Aussterben der Valois-Linie zu verhindern. Hierauf wird in den bekannten Zeichnungen von Nicolas Houel der königlichen Prozessionen und Pilgerreisen Bezug genommen. Diese Abbildung zeigt einen Teil der im März 1584 unternommenen Pilgerreise nach Chartres und Clery. Diese Prozession wird angeführt von einer Gruppe von Kapuzinermönchen, gefolgt von drei Rittern des heiligen Geistes (ein Verweis auf den von Heinrich III. 1578 gegründeten Ordre du Saint Esprit) und, hinter einem Kruzifixträger erkennt man Heinrich III. und seine Frau Louise, die Jona begleiten. Die Geschichte der biblischen Gestalt Jona wird hier in drei Episoden erzählt. Sein Sturz vom Schiff und seine Reise im Bauch des Wals werden im Hintergrund sichtbar. Doch statt seiner Predigt an den König in Ninive predigt er hier stellvertretend dem König von Frankreich, Heinrich III., Barmherzigkeit. Dabei schwenkt er ein Modell, das die Symbole des Schiffes und des Wals vereint.

Im Jahr 1581 reiste Giordano Bruno nach Paris, wo er 30 Vorträge zum Thema der 30 göttlichen Attribute hielt.. Heinrich III., der als Mann voller Widersprüche und Launen bekannt war und sich zuweilen als großzügiger Förderer der Künste und Wissenschaften zeigte, rief Bruno zu sich, um ihn zu fragen, ob sein Gedächtnis natürlich wäre oder auf magischer Kunst beruhe. Brunos für den König befriedigende Antwort, daß es sich um eine Wissenschaft handle, wird ausgeführt in dem Werk "De umbris idearum" (Von den Schatten der Ideen), welches Giordano Bruno Heinrich III. widmete. Als Gegenleistung für diese Geste wurde er vom König als außerordentlicher Professor mit Gehalt ernannt und setzte somit seine Vorlesungen am Collége de Cambrai bis zum Frühjahr 1583 fort.

Bruno über Heinrich III. Von Frankreich

(An den Botschafter Frankreichs in England, Herrn von Mauvissiére) "Euch ist diese Schrift gewidmet, der Ihr in diesem Britannien die Majestät eines so großherzigen Königs vertretet, der vom Herzen Europas aus die äußersten Enden der Welt von seinem Ruhme widerschallen läßt, wenn er im Zorne bebt, dem Löwen aus tiefster Höhle gleich, den anderen mächtigen Räubern dieser Wälder tödliche Angst und Schrecken einjagt, wenn er aber ruht, solche Glut seines freigebigen und ritterlichen Geistes aussendet, daß er den nahen Wendekreis in Brand setzt, den eisigen Bären erwärmt und das Eis der arktischen Wüste zum Schmelzen bringt, die sich unter der ewigen Wache des grimmigen Bootes* dreht."
(Ende der Vorrede in:"Das Aschermittwochsmahl", London, 1584; * Bootes = Sternbild)

Bruno über Elisabeth I. von England

"So finde doch einen Mann, der tüchtiger wäre als die göttliche Elisabeth, die in England regiert! So reich ist sie begabt, so hoch erhaben, so vom Himmel begünstigt, verteidigt und beschützt, daß alle Worte und Gewalten vergebens sich bemühen, sie zu schädigen. Im ganzen Königreich ist niemand würdiger, niemand heldenmütiger unter den Edlen, niemand gelehrter unter den Würdenträgern, niemand weiser unter den Staatsmännern."
(Erster Dialog in: Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen, London (a. d. Titelblatt steht Venedig), 1584.)

Autorin: Irmela Krause

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Last updated: 10.Mai 1998