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JASMIN – JUGENDSTIL – ROSEN


Entlegen ist die Straße, wo die alten

verzierten Häuser unter Weinlaub stehn,

wo wilde Rosen Ornamente sehn

und Efeu wuchert um die Steingestalten.


Wo Katzen sich in hohen Sprüngen jagen

durch Gärten, deren Stille niemand stört,

darin die Amsel nur sich selber hört

am Abend und Beginn von langen Tagen.


Jasmin verbreitet schwebenden Geruch.

Im Schatten der Platane hat ihr Buch

ein Mädchen aufgeschlagen, und im Brüten


des Mittags ist erstorben jeder Hauch.

Doch bald erhebt ein Wind sich um den

Strauch   

und schüttelt gelben Staub aus seinen Blüten.


1958
  

  Quelle: Neues (& altes) vom Rechtsstaat & von mir