Fragment 1 Verso
[...]
Dann spricht Jesus zu den Gesetzeskundigen: "Straft alle, die falsch und gesetzlos handeln und nicht mich. [...]* wie er tut, was er tut."
Sich an die Oberen des Volkes wendend, spricht er das Wort: "Erforscht die Schriften, in denen ihr denkt, daß Ihr das Leben habt. Sie sind es, die von mir zeugen. Denkt nicht, daß ich gekommen bin, um euch bei meinem Vater anzuklagen. Der, der euch anklagt ist Moses, auf den ihr hofft."
Sie aber sagen: "Wir wissen, daß Gott durch Moses sprach, aber wir wissen nicht, woher Du bist."
Jesus antwortete und spricht zu ihnen: "Jetzt kommt die Anklage gegen euren Unglauben durch seine Zeugnisse. Denn wenn ihr Moses glaubtet, würdet ihr mir glauben. Über mich hat jener euren Vätern geschrieben. [...]"
-------
Fragment 1 Recto
[...] sie beschlossen in der Menge, daß sie zusammen Steine aufheben und ihn steinigten. Und die Oberen legten ihre Hände auf ihn, um ihn zu ergreifen und der Menge zu übergeben. Sie konnten ihn aber nicht ergreifen, denn die Stunde seiner Verhaftung war noch nicht gekommen. Er selbst aber, der Herr entkam ihren Händen und entzog sich ihnen.
Und siehe, ein Leprakranker kommt zu ihm und sagt: "Lehrer Jesus, ich bin mit Leprakranken gereist und habe mit ihnen in der Herberge gegessen, jetzt bin auch ich leprakrank.* Wenn du es willst, werde ich rein."
Da sagt der Herr zu ihm: "Ich will es, sei rein."
Und sogleich verschwand die Leprakrankheit von ihm. Da sagt Jesus zu ihm: "Geh, zeige dich den Priestern und entrichte entsprechend des Reinheitsgebotes, wie es Moses befohlen hat und sündige nicht mehr [...]"
--------
Fragment 2 Recto
Sie kamen zu ihm, um ihn zu prüfen und um ihn zu testen, sagten sie: "Lehrer Jesus, wir wissen, daß du von Gott gekommen bist. Denn was du tust ist ein größeres Zeugnis als das aller Propheten. Daher sage uns: Ist es richtig, den Königen die zustehenden Abgaben zu entrichten? Soll man sie ihnen bezahlen oder nicht?"
Aber Jesus erkannte ihre Absicht, ergrimmte und sagte: "Warum nennt ihr mich mit eurem Mund Lehrer, aber tut nicht was ich sage. Richtig prophezeite Jesaja* über euch: Dieses Volk ehrt mich mit seinen Lippen aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich (indem sie Menschen)gebote (lehren)..."
-------
Fragment 2 Verso
(leider ist dieses Fragment in einem so schlechten Zustand, daß es nicht befriedigend wiederhergestellt werden kann. Es folgt daher zunächst der Text der ziemlich sicher restauriert werden kann und danach einige mehr spekulative Rekonstruktionen.)
"(...) eingeschlossen (...) daruntergelegt, verborgen/unbestimmt (...) ihre Fülle unaufhörlich ist?"
Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, füllte sie mit (...) und säte auf (...). Und das (...) Wasser (...) den (...). Und (...) vor ihnen, trieb die Frucht hervor (...) viel(...) zur Freude (...)
(Dodd:) "Wenn ein Bauer ein kleines Samenkorn an einem geheimen Ort einschließt, so daß es unsichtbar begraben ist, wie kann seine Fülle unermeßlich sein?"
Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, füllte sie mit Wasser und säte auf das Ufer. Und das ausgesprengte Wasser machte den Boden feucht. Und gewässert vor ihnen, trieb die Frucht hervor.
(Schmidt:) "Warum wird das Getreide des Bauern im Acker eingeschlossen, die Fülle begraben? Verborgen aber für kurze Zeit, ist seine Fülle unermeßlich."
Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, füllte sie mit Getreide und säte auf den Acker. Und dann goß er genügend Wasser darüber. Dann betrachteten sie den Boden und herauskommend vor ihnen, trieb die Frucht hervor.
(Cerfaux:) "( ... ) eingeschlossen wie ich, begraben, ungewiß, und ermöglicht unermeßliche Fülle?"
Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, holte einen Feigenbaum und säte auf den Fluß. Und dann auf dem ausgesäten Wasser drang seine Wurzel hinein und sich ausbreitend vor ihnen, trieb die Frucht hervor.
(Lietzmann:) Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, füllte sie mit Wasser und säte auf das Ufer. Und dann das ausgesprengte Wasser reinigte(?) den Boden. (...) und herauskommend vor ihnen, trieb die Frucht hervor.
(Lagrange:) Als sie aber verwirrt waren wegen seiner seltsamen Frage, ging Jesus an das Ufer des Jordan Flußes, streckte seine rechte Hand aus, füllte sie mit Sand und säte auf den Sand Getreide. Und dann goß er fließendes Wasser darüber. Der Same drang in den Boden und herauskommend vor ihnen, trieb die Frucht hervor.
Neueste Rekonstruktion von J.B.Bauer ZNW 2006: (Was meint ihr? Ein Landmann hat)
Samen in seinem Acker vergeschlossen, nun liegt er unter (der Erde); wird er unsichtbar bleiben und sein (Ernte)gewicht unwägbar sein? Während jene (Jünger) ratlos waren angesichts seiner befremdlichen Frage, ging Jesus hin und blieb stehen an den Ufern des Jordanflusses und streckte seine Hand, die rechte aus, füllte sie mit Saatgut, säte aus über den Fluss. Da trat das besäte Wasser über die Uferböschung - und (das Ufer) wurde ganz überströmt vor ihren Augen - und es brachte Frucht über die Maßen viel zu ihrer großen Freude (und) erstaunte sie sehr.
Obwohl das Fragment nicht befriedigend rekonstruiert werden
kann, können wir doch den Sinn erschließen.
Der Sinn ist folgender: