Allgemeine Einleitung NT-Apokryphen



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"Wenn du dieses Buch abschreiben willst, dann beschwöre ich dich bei unserem Herrn Jesus Christus und bei seiner glorreichen Wiederkunft, wann er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten, daß du deine Abschrift sorgfältig vergleichest und nach dieser Urschrift berichtigest, von der du sie abgeschrieben hast. Auch diese Beschwörung sollst du in gleicher Weise abschreiben und deinem Exemplare beigeben!"

(Irenäus, "Über die Achtzahl", in: Eusebius, Kirchengeschichte, V, 20)


Diese Homepage hat die außerkanonischen christlichen Schriften des 1. – 2. Jhds. zum Inhalt. Wir wollen dabei unterscheiden zwischen Schriften der apostolischen Väter und apokryphen Evangelien.

Zunächst muß gesagt werden, daß unser Wissen über all diese Schriften sehr begrenzt ist. Es handelt sich bei fast allen Angaben nur um Vermutungen. Dies sollte man bedenken, wenn man die Einleitungen liest, wo viele Angaben nur eine mehr oder minder große Wahrscheinlichkeit für sich haben.

Was die apokryphen Evangelien angeht, so scheint die Zusammenstellung des NT-Kanons wirklich gelungen zu sein. Die erhaltenen apokryphen Evangelien tragen kaum Neues zum Verständnis Jesu bei. Sie dienten entweder der Befriedigung "frommer Neugier" oder verfälschten im Sinne einer bestimmten Sekte. Die meisten Dinge in diesen Schriften sind reine Erfindung.

Nicht so klar ist das aber bei einigen Evangelienfragmenten die aus sehr früher Zeit stammen. Hierzu zählen:

Die Bewertung dieser Fragmente ist schwierig, da oft nur einige Zeilen erhalten sind.

Von den apokryphen Evangelien haben besondere Bedeutung:

Einige Schriften der apostolischen Väter haben insofern besondere Bedeutung, da sie sehr alt sind und uns mit der Denk- und Auslegungsweise des frühesten Christentums bekannt machen. Von besonderer Bedeutung sind hier:

Für die Kanongeschichte von außerordentlicher Bedeutung ist der Canon Muratori aus dem 2. Jhd.

Betrachtet man die Überlieferungslage, so kann man sich einerseits wundern, wie wenig wirklich Neues uns die vorliegenden Schriften sagen. Andererseits kann man sich auch wundern, wieviel sich in unsere Zeit überliefert hat, obwohl viele Schriften durch die frühchristlichen römischen Verfolgungen und später im Zuge der Kanonbildung vernichtet wurden.

Literatur:

"Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung"
J.C.B. Mohr, Tübingen, in 2 Bdn.:
Begr. v. Egdar Hennecke. Hrsg. v. Wilhelm Schneemelcher.
Bd.1 "Evangelien." 6. Aufl. 1990. X, 442 S.
Bd.2 "Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes." 6. Aufl. 1997. VIII, 703 S.

"Die Apostolischen Väter"
A. Lindemann und H. Paulsen
J.C.B. Mohr, Tübingen 1992

"Die Apostolischen Väter"
J.A. Fischer
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1966

"Die Didache"
Kurt Niederwimmer
Vandenhoeck & Ruprecht 1989

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