Die Didache (Lehre der Apostel, Apostellehre)
Die Didache (Apostellehre)
Einleitung
Deutscher Text (verändert) nach:
"Die Apostolischen Väter"
A. Lindemann und H. Paulsen
J.C.B. Mohr, Tübingen 1992
Zeit:
Ende 1. Jhd. Grundelemente (Kap. 1-6, 16)
Anfang 2. Jhd Didache
Ort:
ländliche Gegend in Syrien
Quellen:
- Codex Hierosolymitanus 54 (H)
- 1873 von Philotheos Bryennios in Konstantinopel entdeckt,
seit 1887 in der Patriarchatsbibliothek Jerusalem.
- 1056 geschrieben.
- Enthält: AT, NT, Barnabasbrief, 1. + 2. Clemens, Didache, zwölf Ignatiusbriefe
- Papyrus Oxyrhynchus 1782 (O)
- Ende 4. Jhd.
- Did. 1.3b - 4a + 2.7b - 3.2a
- Bezeugt einen von H abweichenden Text
- Koptische Übersetzung (K)
- Ende 4./Anfang 5. Jhd., geht vermutlich auf Version aus dem 3./4. Jhd. zurück
- Did. 10.3b - 12.2a
- Evtl. Schreiberübung, älter als H
- Äthiopische Übersetzung (Ä)
- 4. Jhd.
- Did. 8.1 - 2a, 11.3 - 5,7 - 12, 13.1,3 - 7
- Georgische Übersetzung (G)
- Beruht evtl. auf H
- Teilweise interpretierende Umschreibung
- Apostolische Konstitutionen (CA)
- Ende 4. Jhd.
- Erweiternde Bearbeitung
- Enthält die ganze Didache in den Paragraphen 1 - 32 des 7. Buches
Gliederung:
- Teil 1: Kap. 1 - 6 Taufkatechese ("Zwei-Wege-Lehre")
- Teil 2: Kap. 7 - 10 Liturgische Anweisungen (Taufe, Fasten, Beten, Eucharistie, Salböl)
- Teil 3: Kap. 11 - 15 Kirchenordnung (Anweisungen zum Verhalten gegenüber Wanderlehrern, für sonntägliche Versammlung, für Wahlen etc.)
- Teil 4: Kap. 16 Eschatologie (Schluß fehlt)
Titel
Der ursprüngliche Titel ist nicht bekannt.
Beide Titel, der kurze ("Lehre der zwölf Apostel"), als auch der lange ("Die Lehre des Herrn durch die zwölf Apostel für die Heiden") sind vermutlich spätere Hinzufügungen.
Evtl. lautete der ursprüngliche Titel einfach "Apostellehre" oder "Lehre der Apostel".
Textentwicklung
Die Didache ist keine originäre Neuschöpfung. Sie ist im wesentlichen eine Erweiterung und Interpretation von bekannten Elementen zu einem neuen Ganzen.
Die Zwei-Wege-Lehre (Kap. 1 - 6) basiert auf einem bekannten jüdischen Grundmuster (vergl. Qumran). Es entstand eine erste oberflächlich christianisierte Version, auf der vermutlich Barnabas 18 - 20 und eine Urdidache basieren. Die Urdidache wurde dann z.B. um die Sectio Evangelica (1,3b - 2,1) erweitert zur heutigen Form.
Kap. 7 - 8 basieren vermutlich auf alten liturgischen Traditionen über Taufe und Mahlfeier.
CA und K haben 10.8: Das Dankgebet über das Salböl. Dies ist evtl. eine spätere Einfügung.
Kap. 11 - 13 geht auf aktuelle Probleme ein. Hier kann man eine Eigenleistung des Didachisten vermuten.
Der Schluß fehlt. Vermutlich endete die Didache so (oder so ähnlich) wie in G.
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