Eine Neuausgabe neutestamentlicher Apokryphen wird gegenwärtig an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena vorbereitet. Damit sollen die seit Anfang dieses Jahrhunderts erschienenen Sammlungen der «verborgenen» Schriften, die nicht in den Kanon des Neuen Testamentes aufgenommen wurden, fortgeführt und überarbeitet werden, sagte der Kirchenhistoriker Christoph Markschies gegenüber epd. Erste Veröffentlichungen seien allerdings frühestens in fünf Jahren zu erwarten.
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Für die Neuausgabe müsse eine «erheblich veränderte» Forschungslage berücksichtigt werden, sagte Markschies. Dazu gehörten auch neue Erkenntnisse über die Kanonisierung des Neuen Testaments sowie über das theologische Profil der Autoren apokrypher Literatur. Schließlich werde für die Neuausgabe auch der Nachlass des Neutestamentlers Ernst von Dobschütz (1870 bis 1936) herangezogen.
Bei den Apokryphen handelt es sich um Texte, die den biblischen Schriften sowohl im Alten als auch
im Neuen Testament nach Inhalt und Herkunft nahestehen. Eine erste Zusammenstellung apokrypher Texte war bereits
1703 erschienen. Das bis heute geltende Standardwerk basiert auf den seit 1904 veröffentlichten Ausgaben der
Neutestamentler und Kirchenhistoriker Edgar Hennecke (1865 bis 1951) und Wilhelm Schneemelcher (Jahrgang 1914).
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