Polycarp (Brief an die Philipper und Martyrium) – Einleitung

Polycarp
Einleitung



Zeit: Brief: ca. 110

Ort:

Quellen:

Textentwicklung:
Brief: - Evtl. ist Kap. 13 eine spätere Hinzufügung.

Verfasser:
Polycarp. Geboren ca. 75. Martyrium ca. 160 im Alter von 86 Jahren.

Irenäus war sein Schüler:
"Polycarp wurde von den Aposteln ausgebildet, und kam in Kontakt mit vielen, die den Herrn gesehen hatten."

Eusebius schreibt:
In dem vorhin erwähnten Briefe an Florinus gedenkt Irenäus auch seines Verkehrs mit Polykarp, wenn er sagt:

"Diese deine Lehren, Florinus, sind - um mich schonend auszudrücken - nicht gesunder Anschauung entsprungen. Diese Lehren widersprechen der Kirche; sie stürzen ihre Bekenner in die größte Gottlosigkeit. Selbst die außerhalb der Kirche stehenden Häretiker haben niemals solche Lehren aufzustellen gewagt. Auch die vor uns lebenden Presbyter, die noch mit den Aposteln verkehrten, haben dir diese Lehren nicht überliefert. Denn als ich noch ein Knabe war, sah ich dich im unteren Asien bei Polykarp; du hattest eine glänzende Stellung im kaiserlichen Hofe und suchtest die Gunst Polykarps zu erwerben. Ich kann mich nämlich viel besser an die damalige Zeit erinnern als an das, was erst vor kurzem geschah; denn was man in der Jugend erfährt, wächst mit der Seele und bleibt mit ihr vereint.

Daher kann ich auch noch den Ort angeben, wo der selige Polykarp saß, wenn er sprach, auch die Plätze, wo er aus- und einging, auch seine Lebensweise, seine körperliche Gestalt, seine Reden vor dem Volke, seine Erzählung über den Verkehr mit Johannes und den anderen Personen, welche den Herrn noch gesehen, seinen Bericht über ihre Lehren, ferner das, was er von diesen über den Herrn, seine Wunder und seine Lehre gehört hatte. Alles, was Polykarp erfahren von denen, die Augenzeugen waren des Wortes des Lebens, erzählte er im Einklang mit der Schrift. Seine Worte habe ich durch die mir gewordene Gnade Gottes damals mit Eifer aufgenommen; nicht auf Papier, sondern in mein Herz habe ich sie eingetragen. Ich erinnere mich auch immer wieder durch die Gnade Gottes genau daran.

Vor Gott kann ich bezeugen, daß, wenn jener selige, apostolische Presbyter solche Irrlehren gehört hätte, er laut aufgeschrien, sich die Ohren verstopft und seiner Gewohnheit gemäß ausgerufen hätte: '0h guter Gott, für welche Zeiten hast du mich aufbewahrt, daß ich solches erleben muß!' Er wäre fortgeeilt von dem Orte, an dem er sitzend oder stehend solche Lehre vernommen hätte.

Diese Wahrheiten werden bestätigt - durch die Briefe, welche Polykarp teils an benachbarte Gemeinden, die er zu befestigen suchte, teils an einzelne Brüder, die er mahnte und ermunterte, geschrieben hat."

So berichtet Irenäus.

(aus: Eusebius, Kirchengeschichte, V, 20, Eusebius zitiert Irenäus aus dem leider verlorenen Werk De Ogdoade, = Über die Achtzahl.)

Erhalten ist leider nur ein Polycarpbrief:

Den Polycarpbrief (an die Philipper) lesen

Bericht vom Martyrium des Polycarp lesen


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